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Amanda Knox – weltberühmt wegen eines Mord-Prozesses, in dem sie nach langem Hickhack freigesprochen wurde – macht jetzt Comedy. Mit ihrem Programm, das u.a. den Mord zum Thema hat, will die 39-Jährige bei einem Festival in Schottland auftreten. Sehr zum Missfallen der Familie von Opfer Meredith Kercher (†21). Diese wirft Knox vor, Gewalt an Frauen zu verharmlosen.

Die Show trägt den Titel „Cartwheel“, zu Deutsch Radschlag. Eine Anspielung auf Berichte, wonach Amanda Knox nach dem Tod von Kercher auf einer Polizeiwache Radschläge gemacht haben soll. Laut Ankündigung geht es um eine Mutter, die auf die 40 zugeht „und jetzt endlich dazu kommt, richtig wütend über die ganze Sache mit der ungerechtfertigten Inhaftierung zu sein“. Vor allem, „wenn die eine Hälfte der Welt ihr sagt, sie solle endlich darüber hinwegkommen – während die andere Hälfte noch immer glaubt, sie sei schuldig“.

Nachdem durchgesickert war, dass Knox elfmal in Folge beim Edinburgh Fringe Festival auftreten soll, gab die Schwester der Ermordeten BBC ein Interview. Stephanie Kercher betonte, dass es Knox freisteht, „ihr Leben so weiterzuführen, wie sie es möchte“. Das Problem bei diesem Projekt sei aber, „dass es Comedy ist“. Und weiter: „Es geht nicht darum, ob die Leute glauben, dass sie schuldig oder unschuldig ist. Wenn jemand anderes eine Show über Meredith machen würde, würde ich genauso empfinden. Natürlich ist es eine zusätzliche Verletzung, dass es ausgerechnet von ihr kommt. Aber ich bin überzeugt davon, dass so etwas keine Plattform bekommen sollte.“

Das sehen inzwischen auch rund 6000 Unterzeichner einer Petition so, die die Auftritte verhindern will. Amanda Knox und die Veranstalter halten an der Show fest. Knox sagte, sie soll basierend auf falschen Anschuldigungen zum Schweigen gebracht werden.

Die Amerikanerin Knox ging als „Engel mit den Eisaugen“ in die Geschichte ein. 2009 war sie gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Raffaele Sollecito schuldig gesprochen worden, ihre Mitbewohnerin Kercher 2007 in Perugia ermordet zu haben. Das Urteil lautete 26 Jahre Gefängnis. 2015 sprach der oberste italienische Gerichtshof beide Angeklagten frei, die Richter bemängelten zahlreiche Verfahrensfehler. Für den Mord mit 47 Messerstichen wurde Rudy Hermann Guede (heute 39) verurteilt.