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Berlin – Kaum ist bekannt geworden, dass Berlins Linken-Chefin Elif Eralp Angst vor Israel-Hassern und Terrorsympathisanten im Umfeld der Linken hat, kommt der nächste Hammer: Ausgerechnet dieses Milieu mobilisiert jetzt gegen sie und ihre Partei!

Das linksradikale „Inter Bündnis Berlin“ ruft vor dem Parteitag der Berliner Linken am Samstag zum Protest auf. Hintergrund ist der Kompromiss der Linken mit Grünen und SPD, Antisemitismus abzulehnen und das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch diese Selbstverständlichkeit sorgt in Teilen der Berliner Linken für Empörung. Das „Inter Bündnis Berlin“ wirft der Partei-Spitze um Eralp genderneutral „Wähler:innenverrat“ vor „statt konsequent für Palästinasolidarität und Vergesellschaftung einzutreten“.

Besonders brisant: Im Umfeld der Radikalen-Truppe ist auch Ibrahim Ibrahim. Er bezeichnete den getöteten Hamas-Chef Jahia Sinwar, einen Drahtzieher des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023, als „Märtyrerhelden“, dem er „Hochachtung“ zolle. Er nahm auch an der Wahlparty der Linken in Neukölln teil, posierte dort mit Parteimitgliedern für Fotos. Eine persönliche Mitgliedschaft Ibrahims im „Inter Bündnis Berlin“ ist nicht belegt. Er gilt jedoch als Vertreter des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees (VPNK). Und genau dieses VPNK wird als Teil des Bündnisses genannt. Es bezeichnet in seinem Aufruf für die Demo am Samstag Ibrahim sogar als „Genosse“.

Hinzu kommt: In einer versehentlich übermittelten internen Anmerkung zu ihrem geplanten „Spiegel“-Interview schrieb Eralp, ihr Mann und sie hätten „Angst vor diesen Leuten“. Gemeint war offenbar Ibrahim Ibrahim. Jetzt führt eine Spur von Ibrahim zu jenem Bündnis, das gegen Eralps Partei mobilisiert.

Nach Recherchen von Democratia Berlin gehören oder gehörten zum Bündnis neben dem VPNK unter anderem die DKP Berlinund andere kommunistische Gruppen. Dazu kommen auch Strukturen aus der Berliner Linkspartei, darunter die LAG Palästinasolidarität und die Basisorganisation Wedding.

Heißt: Am Samstag demonstrieren Linksradikale gegen die ohnehin schon radikale Linke.

Brisanter Antrag auf Parteitag

Doch Widerstand droht auch auf dem Parteitag. Die Linksjugend fordert ein klares „Nein zu Koalitionsverhandlungen“ mit SPD und Grünen. Außerdem heißt es in dem entsprechenden Antrag: „Unsere Partei hat kein Antisemitismus-Problem.“ Für Eralp wird der Samstag damit zum doppelten Stresstest: Draußen mobilisiert ein radikales Bündnis. Drinnen kämpft die eigene Jugend gegen den Regierungskurs. Und mittendrin steht erneut der explosive Streit um Israel-Hass und Antisemitismus.