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Trainer Adi Hütter (56) ist sauer. Sport-Vorstand Markus Krösche (45) enttäuscht. Bei Eintracht ist die Stimmung kurz vor dem Bundesliga-Start genau so schlecht wie nach dem Verpassen von Europa im Mai.

Grund: Hütter und die Gremien haben kein Vertrauen mehr in die Kader-Planung des Sport-Vorstands. Ganz im Gegenteil: Krösche, bis Herbst des vergangenen Jahres noch der Transfer-König der Bundesliga, muss den Eindruck haben, in Frankfurt nicht mehr gewollt zu sein. Er selbst wird das aktuelle Transferfenster noch professionell zu Ende bringen. Und dann? Muss Krösche eigentlich direkt gehen. Und es wäre ihm auch nicht übelzunehmen, wenn er ein Mega-Angebot am Ende doch noch annimmt.

Vertrauen ist schon Mitte Juni zerbrochen

Denn hinter vorgehaltener Hand wird in Frankfurt über den Sport-Chef geredet, als wäre er nicht mal mehr in der Lage, seinen Namen zu schreiben. Es entsteht der Eindruck, dass Krösche weggeekelt werden soll. Weil keiner den Mut hat, ihn zu entlassen? Denn das Vertrauen zwischen Krösche und Eintracht ist seit den Milan-Verhandlungen des Sport-Vorstands Mitte Juni zerbrochen. Dass Krösche an einen Abgang denkt, hängt aber hauptsächlich damit zusammen, dass Eintracht ihn auf vielen Ebenen im Regen stehen lässt.

Von Seiten des Hauptausschusses um Präsident und Aufsichtsrats-Boss Mathias Beck traut sich noch niemand aus der Deckung. Wenn die Gremien allerdings Hütter stärken wollen, müssen sie Krösche freistellen. Dass Krösche den Österreicher holte, sollte zeigen, dass es ihm in erster Linie um den Frankfurter Bundesligisten geht. Und nicht darum, einfach nur stur am persönlichen Weg festzuhalten.

Krösche hat mit Riera und Bara Fehler gemacht

Krösche hat in der vergangenen Saison mit der zu späten Entlassung Toppmöllers und der Verpflichtung von Riera Fehler gemacht. Auch der Grundstückskauf über die Frau von Riera-Berater Andy Bara in Kroatien war nicht schlau. Dennoch hat der Sport-Chef in Frankfurt, der aufgrund seiner Expertise auch die Fußball-Kommission der DFL anführt, überragende Verdienste.

Und es ist mehr als fraglich, dass es auch Krösches Nachfolger gelingt, zweimal in fünf Jahren mit Eintracht in die Champions League einzuziehen und zudem den Europa-League-Titel zu holen. Eine Trennung wäre für die Frankfurter aktuell ohnehin brandgefährlich. Vorbereitet wirkt der Traditionsklub nicht, prominente Nachfolger sind aktuell nicht zu haben. Es droht eine Verzwergung und eine Rückkehr ins Mittelmaß. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht schon bald Erinnerungen an die Abstürze von Gladbach und Hamburg wach werden.