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Los Angeles – US-Kriegsgegner Iran ist auf amerikanischem Boden und legte am Montagabend mit einem spannenden 2:2 gegen Neuseeland seinen ersten WM-Auftritt hin! Das Spiel des iranischen Nationalteams in den USA kommt keine 24 Stunden nach der Verkündung des möglichen Friedensabkommens von US-Präsident Donald Trump – ausgerechnet in Los Angeles, wo Hunderttausende Exil-Iraner leben. Exil-Iraner, die die Mullahs zum großen Teil hassen – aber auch viele Regime-Vertreter waren da!

Es ist der Politik-Thriller der Fußball-WM! Am Montag reisten Mannschaft und ein Teil der Mullah-Delegation von der mexikanischen Grenzstadt Tijuana in die USA ein und fuhren in Kolonne nach Los Angeles (Fahrtzeit etwa zwei Stunden). 

„Wir sind für die Schah-Flagge hier – nicht für Fußball“

Ins SoFi-Stadium Inglewood kamen Gegner des Mullah-Regimes in Scharen. Politische Statements wie die Iran-Flagge von vor 1979 hatte die Fifa verboten, weil der Fußballverband der Mullahs ansonsten sogar mit Turnier-Austritt gedroht hatte!

Trotzdem kamen Tausende Iran-Fans mit Löwe und Sonne auf der grün-weiß-roten Fahne – das Symbol der persischen Schahs seit dem 16. Jahrhundert und unverkennbares Symbol des iranischen Staates bis zur Islamischen Revolution 1979.

Einige Iraner feuerten das Team des Mullah-Staates an! Doch für viele stand der Fußball nicht im Vordergrund. Die Iranerin Farzaneh sagte zu BILD: „Wir sind hier, um die Flagge des Schahs zu zeigen – nicht für den Fußball!“

Viele Exil-Iraner sehen in der Flagge DAS Symbol ihrer Heimat und ihres Widerstands gegen das Mullah-Regime. Doch die Flagge war eigentlich verboten. Erst kurz vor Irans WM-Auftakt scheiterte ein Eilantrag gegen das Verbot vor einem Gericht in Los Angeles. Die Iraner warfen der FIFA vor, sich dem Druck aus Teheran gebeugt zu haben. Viele Fans schmuggelten ihre Schah-Fahnen versteckt auf die Tribünen. Für den iranischen Ex-Nationaltorwart Mohammad Rashid Mazaheri (37), der nach regimekritischen Äußerungen von den Mullahs festgenommen wurde, demonstrierten hunderte Menschen.

Der Gastgeber im Krieg mit einem WM-Teilnehmer

Doch auch viele Mullah-Fans waren im Stadion! Die USA sind die erste Gastgebernation in der Geschichte der WM, die sich mit einem Teilnehmer im Krieg befindet – und so könnte sich die politisch gespaltene Stimmung in der iranischen Gemeinde in Südkalifornien weiter aufheizen.

In Los Angeles lebt mit rund 500.000 Iranern die größte iranische Auslandsgemeinde weltweit – und wird „Tehrangeles“ genannt. Viele Fußballfans des Landes, das unter Mullah-Diktatur und Krieg leidet, sehnt sich nach Einheit - selbst in der gespaltenen Diaspora in den USA. Laut „Los Angeles Times“ hat eine Umfrage des „National Iranian American Council“ ergeben, dass etwa zwei Drittel der iranischen Amerikaner gegen den Krieg sind.

Viele Iraner bekamen kein Visum

Das Mullah-Team hat seine Trainingsbasis im vergangenen Monat aufgrund von Visa-Hürden vom US-Bundesstaat Arizona nach Mexiko verlegt. Allen 26 iranischen Spielern wurde ein Visum für das erste Spiel erteilt. Mehreren Offiziellen wurde jedoch in letzter Minute das Visum verweigert – sie haben keine Einreiseerlaubnis für die USA.

Das US-Außenministerium von Marco Rubio (55) sagte in einer Erklärung gegenüber dem US-Sender ESPN, dass es „die notwendigen Visa“ ausgestellt habe, aber dass das iranische Team „dieses System missbrauchen könnte, um Terroristen in die Vereinigten Staaten einzuschleusen“.