Hamburg – Dramatische Szenen am Sonntag im Hamburger Stadtteil Lohbrügge: Nach einem blutigen Streit zwischen einem Ehepaar sprang eine Frau aus dem Hochparterre eines Mehrfamilienhauses. Ihr Mann verschanzte sich anschließend mit einem Messer in der Wohnung. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.
Nachbarn hatten kurz nach 9 Uhr die Polizei zur Straße Hofweide gerufen. In der Wohnung des taubstummen Ehepaars war es zuvor zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Die Frau erlitt beim Sprung vom Balkon schwere Verletzungen. Rettungskräfte versorgten sie und brachten sie in ein Krankenhaus.
Mann mit blutverschmierten Händen auf Balkon
Währenddessen verschanzte sich ihr Ehemann in der Wohnung. Mehrfach zeigte er sich mit blutverschmierten Händen und blutigem T-Shirt auf dem Balkon. Dabei hielt er ein Messer in der Hand, schrie und gestikulierte wild.
Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab, sieben Streifenwagen waren vor Ort. Beamte mit Schutzwesten und Schildern umstellten das Haus. Wegen der unübersichtlichen Lage wurde auch ein Spezialeinsatzkommando angefordert. Die Situation war für die Einsatzkräfte schwierig: Nach Angaben der Polizei sind beide Beteiligten gehörlos, eine direkte Kontaktaufnahme war deshalb kaum möglich.
Sohn überredet Vater zur Aufgabe
Erst als der Sohn des Ehepaars am Einsatzort erschien, entspannte sich die Lage. Über Gebärdensprache gelang es ihm, mit seinem Vater zu kommunizieren und ihn zur Aufgabe zu bewegen. Der Mann warf sein Messer weg, verließ freiwillig die Wohnung und ließ sich widerstandslos in Gewahrsam nehmen. Anschließend wurde er unter Polizeibegleitung in ein Krankenhaus gebracht. Auch er hatte eine blutende Verletzung am Rücken.
Wie es zu dem Streit kam und wie schwer die Verletzungen der beiden Eheleute sind, ist bislang unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.