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Philadelphia – Es war das längste Spiel der WM-Geschichte. Fast vier Stunden duellieren sich Frankreich und der Irak, der Vize-Weltmeister feiert am Ende ein 3:0 und Doppelpacker Kylian Mbappé (27). Doch als die Partie um 23 Uhr deutscher Zeit angepfiffen wird, ahnen wohl die wenigsten, dass ein großes WM-Chaos ansteht.

Was Sie in der Nacht verpasst haben: Starkregen, Unwetter, Fan-Evakuierung, mehr als zwei Stunden Spielunterbrechung. Auch ARD-Kommentator Tom Bartels und Experte Thomas Hitzlsperger mussten ihre Plätze räumen.

Die beiden Teams harren 102 Minuten in den Katakomben des Lincoln Financial Field Stadiums in Philadelphia aus. Mbappé und Co. dürfen dann zurück auf den Rasen, wärmen sich eine halbe Stunde lang auf. Und nach 132 Minuten geht’s weiter – da ist es in Deutschland 2.01 Uhr nachts.

Mbappé hatte schon in der ersten Halbzeit das 1:0 besorgt (14.), legt nach der Pause seinen zweiten Treffer nach (54.). Ousmane Dembélé trifft zum 3:0 (66.). Als Schiri Drew Fischer (45/Kanada) das Spiel abpfeift, ist es in Deutschland 2.48 Uhr. Fast vier Stunden liegen zwischen An- und Abpfiff. Länger lief ein WM-Spiel noch nie.

Was ist vorher passiert? Regen-Chaos im offenen Stadion von NFL-Gigant Philadelphia Eagles! In den USA gelten bei Unwettern strenge Sicherheitsregeln im Sport. Wird im Umkreis von acht Meilen (rund 13 Kilometer) ein Blitz registriert, muss die Partie automatisch für mindestens 30 Minuten unterbrochen werden. Bei jedem weiteren Blitz verlängert sich die Pause um weitere 30 Minuten.

Unwetter! Fans mussten WM-Stadion verlassen

In der 37. Spielminute setzt heftiger Regen ein. Viele Fans holen schnell ihre Regenjacken heraus, andere flüchten aus dem Stadion. Die erste Hälfte wird noch zu Ende gespielt – dann wird das Spiel unterbrochen!

Laut Nachrichtenagentur dpa forderten die Veranstalter die Besucher zunächst in der Halbzeit auf, die Tribüne in Philadelphia zu räumen und Schutz zu suchen. Kurz darauf teilte eine Fifa-Sprecherin mit, dass die Halbzeit um mindestens 15 Minuten verlängert werde.

Im Vorfeld der Partie wurde bereits vor „heftigen Gewittern“ im Umfeld des Stadions gewarnt. Es gab sogar Hochwasser- und Tornado-Warnungen! Eine Verzögerung des Anstoßes konnte nicht ausgeschlossen werden.

Bereits drei Stunden vor dem Spiel hatte ein Unwetter für Beeinträchtigungen gesorgt. Der Einlass verzögerte sich um rund 45 Minuten. Fans wurden aufgefordert, Schutz zu suchen oder die Anreise vorerst zu verschieben.

ARD-Kommentator Bartels berichtet aus dem Stadion: „Was man sagen kann, ist, dass hier alle sehr entspannt mit der Situation umgegangen sind. Wir waren in den Gängen, haben mit den Zuschauern sprechen können. Es war sehr relaxt.“ Und Hitzlsperger fügt hinzu: „Ich glaube, dass die Betreiber hier gar nicht unglücklich sind, dass die Menschen hier länger im Umlauf sind, noch mehr konsumieren, Bier kaufen und sonstiges. Die Leute nehmen alles mit Fassung.“

Bei der Klub-WM im Vorjahr mussten in den USA sechs Spiele aufgrund von Unwettern unterbrochen werden, wobei die Unterbrechungen zwischen 40 Minuten und zwei Stunden dauerten.