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Deutschland zittert um eines seiner größten Sturm-Talente. Vor einem Jahr wurde Nicolo Tresoldi (22) mit der deutschen U21 Vize-Europameister. Bei seinem Stammklub Brügge war er in der zurückliegenden Saison in 58 Einsätzen an 32 Treffern beteiligt. Und wurde belgischer Meister. Diese Spielzeit erzielte er drei Treffer in sieben Begegnungen. Sein Marktwert liegt bei 25 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de). Für eine Berufung in den 44-Mann-Kader von Jürgen Klopp (59) hat es aber nicht gereicht. Es ist aber nicht so, dass der Nagelsmann-Nachfolger nicht gewollt hätte ...

Weil Tresoldi noch keine Entscheidung gefällt hat, ob er zukünftig für den DFB oder sein Geburtsland Italien auflaufen möchte, sagte er dem Bundestrainer ab. „Ich hatte schon Kontakt mit Kloppo, wir hatten viel gesprochen. Natürlich waren Italien und Deutschland ein Thema. Aber ich habe mich bewusst für die DFB-U21 entschieden“, sagt Tresoldi. „Es ist eine Entscheidung, die von mir kam. Wir hatten viele Gespräche gehabt. Und er hat meine Idee auch verstanden.“

DFB: Tresoldi sagte Klopp ab

Noch einmal nachgefragt: Wäre Tresoldi bei der A-Nationalmannschaft, wenn er gewollt hätte? „Ja, vielleicht. Ich weiß es nicht. Ich wollte einfach nur hier sein. Ich möchte mich für die EM qualifizieren und die EM hier spielen. Und dann werden wir sehen“, weicht der Angreifer aus. Mit der U21 will er sich für die EM 2027 in Albanien und Serbien qualifizieren. Spätestens danach muss eine Entscheidung her, ob er weiter für Deutschland spielen will. Auch wenn Klopp zuletzt betonte: „Wir wollen gar keinen Druck machen bei den Burschen, gar nicht.“

Wie war der Austausch der beiden? Tresoldi: „Wir hatten gute Gespräche. Ich habe ihm erklärt, wie meine Situation ist. Er ist ein Supertyp und ein Supermensch. Er wollte mir nur mit der Entscheidung helfen, hat meine Entscheidung verstanden und mich in Ruhe gelassen. Klopp sagte, dass die Tür für mich immer offen ist.“

Das gilt allerdings auch für Italien. Nationaltrainer Roberto Mancini (61) hat sich bei Tresoldi gemeldet und wollte ihn für die A-Nationalmannschaft nominieren. „Da gab es ähnliche Gespräche. Es ist normal, dass es auch von Italien Interesse gibt. Aber Mancini habe ich dasselbe gesagt wie Klopp. Mancini hätte sich gefreut, wenn ich für Italien gespielt hätte. Es war ein gutes Gespräch“, verrät Tresoldi.

Über eine Entscheidung für Italien würde sich wohl sein Vater besonders freuen. Denn Emanuele Tresoldi (52) wurde dort geboren und war selbst Profi in Italien (u.a. Atalanta Bergamo). Er wurde sogar Europameister mit der italienischen U21. Auch Nicolo wurde in Italien geboren und verließ erst mit 13 Jahren das Land: „Mein Herz ist 50:50, beide Länder bedeuten mir sehr viel.“