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Rybnik/Mechernich – Es ist seit Generationen der große Traum vieler Angler: einmal den legendären Drei-Meter-Fisch zu fangen. Jetzt ist ein Deutscher diesem Ziel so nah gekommen wie kein anderer. Er zog den längsten Wels der Welt aus dem Wasser!

Oliver Schäfer (34) aus Mechernich-Kallmuth hatte den Giganten bei einem Raubfisch-Turnier in Rybnik (Polen) an der Angel. Offizielle Länge: 2,92 Meter – Weltrekord! „Als Angler kennt man den Mythos vom Drei-Meter-Fisch nur aus Geschichten. Ich glaube nur, was ich sehe. Jetzt fehlt nur noch eine Handbreit“, sagt der Werkzeugmechaniker zu BILD.

Die Jagd nach dem Weltrekord

Er und sein niederländischer Angelfreund Kevin Cremers (31) waren gezielt nach Polen gereist. Dort liegt an einem Kohlekraftwerk ein Stausee, in dem besonders große Fische leben. „Das Wasser wird zur Kühlung genutzt und warm zurück in den See geleitet. Weil Fische in wärmerem Wasser aktiver fressen, wachsen Karpfen, Welse und Zander viel schneller“, erklärt Schäfer. Zum zweitägigen Turnier am 10. und 11. Oktober traten 70 Teams mit 150 Anglern aus ganz Europa an. Die Bedingungen waren schwierig: Starker Wind peitschte über das Wasser.

Wie der Angler den Riesen-Wels gefangen hat

Doch dann der entscheidende Moment. Schäfer warf seine spezielle Großwels-Rute aus. Wenig später biss ein Tier an. „Aus meiner Erfahrung habe ich sofort gemerkt: Das ist ein riesiger Fisch. Aber wie groß er wirklich war, haben wir erst gesehen, als er zum ersten Mal an die Oberfläche kam“, erzählt der Angler. Mehr als 30 Minuten dauerte der Kampf. Während Kevin Cremers das Boot gegen den Wind steuerte, versuchte Schäfer, den Fisch unter Kontrolle zu behalten.

Wie haben sie den Wels an die Angel bekommen? „Wir benutzen einen Köder aus Gummi. Der Raubfisch glaubt, dass dort etwas Lebendiges schwimmt, und schnappt zu“, erklärt Schäfer. Am Ufer wurde der Fang von der Jury vermessen. Dann kam das Ergebnis: 292 Zentimeter. „Erst da haben wir realisiert, dass wir den Weltrekord haben“, sagt er.

Besonders kurios: Der Rekordfisch war kein Unbekannter. Es handelt sich um denselben Wels, der bereits im vergangenen Jahr als Weltrekordfisch vermessen worden war. Inzwischen ist er noch einmal deutlich kräftiger, allerdings nicht länger geworden.

Was mit dem Fisch passiert ist

Zerlegt und in die Bratpfanne kam der Fang natürlich nicht. „Die Fische werden mit einer Plane ans Ufer gebracht, damit die Schleimhaut geschützt bleibt. Nach dem Vermessen geht es so schnell wie möglich zurück ins Wasser“, so Schäfer. Und was sagte Ehefrau Kim zum Rekord? Der Angler lacht: „Das war doch klar. Der fängt doch immer so große Viecher.“