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Berlin – Die Entscheidung ist gefallen: Ilse Aigner (61, CSU) soll neue Bundespräsidentin werden. Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz (71, CDU) hat die bayerische CSU-Politikerin Aigner als gemeinsame Kandidatin der Union für das Amt vorgeschlagen.

Sonntagabend hatte Merz die CDU-Spitze zum Abendessen in die Parteizentrale gebeten. Auf der Tagesordnung: die Kandidatenfrage. Merz kündigte beim Abendessen an, den Gremien am Montag Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin vorzuschlagen. Heißt: Sie soll von CDU und CSU gemeinsam für das höchste Staatsamt nominiert werden.

Damit zeichnet sich eine historische Premiere ab: Erstmals könnte eine Frau das Amt des Bundespräsidenten übernehmen, nachdem in den vergangenen acht Jahrzehnten zwölf Männer an der Staatsspitze gestanden hatten.

Die endgültige formelle Entscheidung über die Kandidatur soll Montag fallen. Dann wollen CDU-Präsidium und CDU-Bundesvorstand in ihren regulären Sitzungen den Vorschlag beraten und die Personalie offiziell festlegen.

Auch SPD will Aigner unterstützen

Auch die SPD hat signalisiert, Aigner als Bundespräsidentin zu unterstützen. Damit hätte sie mit der Union im Rücken eine Mehrheit von rund 50 Stimmen in der Bundesversammlung. Dabei hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) Aigner früh ins Rennen geschickt – während in der CDU immer wieder gegen sie geschossen wurde. Merz pochte auf den Führungsanspruch seiner Partei und reklamierte das alleinige Vorschlagsrecht für die CDU. Seine monatelange Hängepartie bei der Personalie brachte ihm heftige Kritik ein.

Die 61-jährige CSU-Politikerin ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags. Sie war zuvor unter anderem Bundeslandwirtschaftsministerin und gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der CSU.

Mit Aigner rückt damit eine Politikerin in den Mittelpunkt, die künftig Frank-Walter Steinmeier nachfolgen soll. Die Wahl des neuen Staatsoberhauptes findet am 30. Januar 2027 in der Bundesversammlung statt.