Grassau – Nach der misratenen WM (Aus im Sechzehntelfinale) und dem Urlaub mit seiner Familie ist Deniz Undav (30) zurück beim VfB Stuttgart. Im Trainingslager am Chiemsee gibt der DFB-Star Vollgas. Und gibt Einblick in seine Gedanken.
... über das WM-Aus: „Es hat ungefähr eine Woche gedauert, bis ich die WM abgehakt hatte. Man hat sich Szenarien im Kopf überlegt, warum, weshalb. Nach einer Woche habe ich mich wieder auf den Urlaub konzentriert, weil ich mich nach einer langen Saison entspannen musste. Nach zwei Wochen war mein Körper am Tiefpunkt. Dann habe ich ihn wieder hochgefahren.“
... über Neu-Bundestrainer Klopp: „Ich erwarte mir unter ihm einen Aufschwung. Jeder Spieler muss sich neu beweisen, es ist wieder eine andere Energie da. Ich muss Leistung bringen, damit ich wieder eingeladen werde.“
... über den gewachsenen Hype um seine Person: „Der Hype war schon vor der WM groß. Die Fans haben gefordert, dass ich spiele. Das wurde gefühlt immer mehr. Ich habe die Videos vom Public Viewing gesehen, wie die Fans meinen Namen gesungen haben. Das hat mich sehr gefreut und mir gezeigt, dass ich etwas richtig gemacht habe.“
... über die Gefahr, abzuheben: „Ich bin ehrlich: Es ist schwer, bei diesem Hype nicht abzuheben. Gott sei Dank bin ich schon 30. Ich hatte mal eine Hype-Phase, dann wieder nicht. Jetzt ist es gerade extrem. Ich werde nicht arrogant, bleibe immer der Gleiche. Aber es kann gut sein, dass es ganz anders aussehen würde, wenn ich 24 wäre. Jetzt bin ich ein alter Hase und kann mit dem Hype gut umgehen.“
Undav hofft auf Transfers
... über die Rolle von VfB-Kapitän Karazor: „Ata hatte in den letzten drei Jahren zwei schlechte Monate, sonst hat er konstant gut gespielt. Er wird oft kritisiert, aber es ist nicht alles schwarz-weiß. Ata macht auf dem Platz Dinge, von denen ihr alle keine Ahnung habt. Er geht voran, pusht die Jungs. Er macht Räume frei für andere. Ihr guckt nur, ob der Pass ankommt oder nicht. Ich als Spieler sehe das anders. Ata macht viel richtig, er ist ein sehr guter Spieler.“
... über potenzielle Neuzugänge: „Mir ist es egal, wer kommt. Ich freue mich einfach, wenn wir Spieler bekommen, die viel Qualität haben und die Mannschaft besser machen. Vor zwei Jahren waren wir in der Breite noch nicht so gut besetzt. Du brauchst bei der Dreifachbelastung drei bis vier gute Stürmer. So wie ich lese, sind wir noch nicht fertig auf dem Transfermarkt.“