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Orjol (Russland) – Die Box-Welt trauert! Der Ex-Schwergewichtsboxer Denis Boytsov (40) ist gestorben. Das gab das Sportzentrum der russischen Region Orjol bekannt. Demnach soll ein gelöstes Blutgerinnsel zum Tod geführt haben.

Der Russe galt einst als eines der größten Schwergewichts-Talente der Welt. Er stand beim Boxstall Universum in Hamburg und später bei Sauerland Event in Berlin unter Vertrag. Seine beeindruckende Bilanz: 36 Siege in 37 Profikämpfen, davon 27 vorzeitig. Im Juli 2013 stand Boytsov sogar auf Platz eins der WBO-Rangliste hinter Weltmeister Wladimir Klitschko (50).

Eine Niederlage zerstörte den WM-Traum

Sein Traum vom WM-Kampf war zum Greifen nah, dann kam der große Karriere-Knick. Im November 2013 verlor Boytsov gegen Alex Leapai (47). Der Australier schickte ihn zweimal zu Boden und gewann nach Punkten. Ausgerechnet Boytsovs einzige Profi-Niederlage kostete ihn die Spitzenposition unter den Box-Final-Eliminatoren (Ausscheidungskämpfe um das offizielle Herausforderer-Recht auf einen Weltmeistertitel). Statt Boytsov bekam Leapai den WM-Kampf gegen Klitschko. Boytsov gewann anschließend zwar noch drei Kämpfe, schaffte es aber nicht mehr zurück an die Spitze. Der große WM-Titel blieb dem Russen verwehrt.

Schwerer Unfall im Berliner U-Bahn-Tunnel

2015 wurde Boytsov bewusstlos und schwer verletzt in einem Tunnel der Berliner U-Bahn auf den Gleisen gefunden. Seine Wohnung lag nur wenige Hundert Meter entfernt. Der damals 29-Jährige wurde mit schweren Kopf- und Handverletzungen in die Berliner Charité eingeliefert, notoperiert und anschließend ins Koma versetzt. Danach war Boytsov nicht mehr in der Lage zu gehen oder zu sprechen. Die schweren Folgen der Verletzungen bestimmten fortan sein Leben.

Wie er damals in den U-Bahn-Tunnel gelangte, blieb unklar. Nach der Auswertung von Zeugenaussagen und Videoaufnahmen ging die Berliner Polizei von einem Unfall aus. Die genauen Umstände blieben bis heute ungeklärt.