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Sonntag für Sonntag wird am Fahrer-Funk der Formel 1 geflucht, was das Zeug hält. Mal über die Konkurrenz, mal über die Reifen, mal über das Auto. Nicht alle Funksprüche bekommen die TV-Zuschauer zu hören. Was genau gesendet wird, wird im F1 Media and Technology Centre in Biggin Hill (Großbritannien) entschieden. Dort läuft der Radioverkehr aller 22 Fahrer mit ihren Teams ein. Der Producer entscheidet in Sekundenschnelle, welche Funksprüche die TV-Sender zur Verfügung gestellt bekommen.

Dabei stehen vor allem taktische Entscheidungen (Teamorder, Boxenstopps), Warnungen der Rennleitung, Reaktionen auf Unfälle und vor allem Emotionen im Vordergrund.

Und niemand zeigt diese Emotionen häufiger als Pierre Gasly (30). Der ­Alpine-Fahrer führt die Rangliste der Funk-Pöbler, die CBS erstellt hat, an. Dabei untersuchte der kanadische Wettanbieter die öffentlich zugänglichen Funksprüche der letzten acht Jahre. Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden nur Piloten mit mehr als 1000 Radio-Nachrichten berücksichtigt.

Mecker-Meister Gasly bringt es auf 1902 Funk-Einblendungen mit insgesamt 44.536 Wörtern. Davon waren 163 Schimpfwörter – das ergibt einen Wert von 3,66 Verbalinjurien pro 1000 Wörter.

Formel 1: Keiner pöbelt am Funk mehr als Pierre Gasly

Gaslys berühmteste Funk-Ausfälle:

► Training in Monza 2025 in Richtung Carlos Sainz (32), von dem er sich blockiert fühlte: „Es ist immer derselbe Drecks-Kerl!“

► Baku 2025 nach einem Crash in die Mauer: „F**k doch meinen Daumen!“

► Imola 2024, als sein Teamkollege Esteban Ocon (30) im Qualifying den Vorzug erhielt: „Das ist verdammter Sch**ßdreck, Leute!“

Auf Platz 2 der Mecker-Liste liegt Max Verstappen (29/Red Bull). Der viermalige Weltmeister bringt es auf 3,17 Schimpfwörter pro 1000 Wörter am Funk. Zu seinen berühmtesten Tiraden gehören:

► Brasilien 2018, nachdem er mit dem überrundeten Ocon kollidierte und dadurch der sicher geglaubte Sieg flöten ging: „Verdammter Idiot! Was zur Hölle läuft bei dem verkehrt?“

► 2020 beim Großen Preis von Portugal teilte er gegen Lance Stroll (27) aus, nachdem es im zweiten freien Training gekracht hatte: „Meine Güte, ist dieser verdammte Kerl blind? Was zur Hölle läuft bei dem nicht richtig?“

Mecker-Meister-Bronze geht an Charles Leclerc (28/Ferrari). Der Monegasse streut 2,35 Schimpfwörter pro 1000 Wörter ein. Nico Hülkenberg (39) liegt unter den aktiven Fahrern auf Platz acht der Rangliste (1,2 Schimpfwörter pro 1000 Wörter).

Die bravsten Fahrer sind übrigens Lewis Hamilton (41/Ferrari) mit einem Wert von 0,72 und Esteban Ocon (Haas) mit 0,63. Teammäßig wird bei den Racing Bulls am meisten gepöbelt, die ruhigsten Teams sind McLaren und Mercedes. Die Liste der Schimpfwörter führt „F**k“ an (894-mal), dahinter „Hell“ (Hölle) mit 125 Erwähnungen und S**t (82-mal).

Nimmt man die Fahrer hinzu, die es noch nicht auf 1000 oder mehr gesendete Funksprüche bringen, ergibt sich übrigens ein ganz anderes Bild. Dann führt Haas-Pilot Oliver Bearman (21) mit 6,75 Beschimpfungen pro 1000 Worte vor Isack Hadjar (21/Red Bull) mit 6,57. Weltmeister Lando Norris (26/McLaren) liegt auf Platz sieben. Er verrät: „Ich fluche bei ausgeschaltetem Funk. Würden diese Tiraden in das Ranking einfließen, wäre ich auf Platz eins.“

Der Versuch, Fluchen aus dem Boxenfunk zu verbannen, scheiterte 2024 spektakulär am Widerstand der Fahrer. Aktuell gilt: Nur wer in Pressekonferenzen Schimpfwörter verwendet, wird zur Rechenschaft gezogen.