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Tennessee (USA) – Es ist ein Fall, der selbst in der langen Geschichte der Todesstrafe einzigartig ist: Christa Pike (50) sollte sterben. Jetzt läuft sie wieder und spricht ganze Sätze. Am 30. September sollte die wegen Mordes zum Tode verurteilte Amerikanerin im US-Bundesstaat Tennessee mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Pike bekam zwei Dosen des Hinrichtungsmittels Pentobarbital. Doch sie starb nicht. Die Hinrichtung wurde abgebrochen, Pike kam bewusstlos und in kritischem Zustand ins Krankenhaus.

Jetzt, drei Wochen später, macht die 50-Jährige offenbar Fortschritte. Ein Anwalt Pikes sagte dem US-Portal „TMZ“, sie könne zunehmend selbstständig gehen. Auch ihre Sprache habe sich deutlich verbessert. Pike könne wieder klarer kommunizieren und vollständige Sätze bilden. Ihre psychische Verfassung werde allerdings weiter untersucht. Erst in einem Monat oder noch später könne klarer sein, ob dauerhafte Schäden zurückbleiben.

Sie galt schon als hirntot

Noch Anfang Oktober hatte alles ganz anders ausgesehen. Ihre Anwälte berichteten, sie hätten zwischenzeitlich sogar geglaubt, Pike sei hirntot. Dann sei sie völlig überraschend aufgewacht und habe zu sprechen begonnen. Ihr Anwalt Randy Spivey schilderte damals ihre ersten Fragen: „Wo bin ich?“ und „Wer bist du?“

Die gescheiterte Hinrichtung hatte Pike schwer gezeichnet. Nach Angaben ihrer Anwälte waren ihre Arme geschwollen, verbrannt und voller Blasen. Mindestens sieben Nadeln sollen beim Versuch benutzt worden sein, einen intravenösen Zugang zu legen. Eine davon sei beim Herausziehen im 90-Grad-Winkel verbogen gewesen.

Inzwischen ist Pike aus dem Krankenhaus entlassen worden und zurück im Gefängnis. Dort wird sie weiter medizinisch behandelt.

Sie ermordete eine 19-Jährige

Am Anfang des Falls steht ein brutales Verbrechen“: Pike wurde wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Mitschülerin Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt. Laut Gerichtsunterlagen folterte und tötete die damals 18-Jährige ihr Opfer in Knoxville.

Nach dem Desaster in der Hinrichtungskammer stoppte Tennessees Gouverneur Bill Lee die weiteren für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen und ordnete eine unabhängige Untersuchung an. Was nun mit Pike und ihrem Todesurteil geschieht, ist bislang offen.