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Berlin – Schlüssel griffbereit, Standort an Freunde schicken. So tun, als würde man telefonieren. Die Straßenseite wechseln. Grünen-Chefin Franziska Brantner (47) zeichnet in einem Instagram-Video ein düsteres Bild vom nächtlichen Heimweg von Frauen. In gedeckten Bildern und mit getragener Musik versetzt sich Brantner selbst in die Situation. „Ich werde nicht verfolgt, aber dieses Gefühl kenne ich trotzdem und ganz, ganz viele Frauen auch“, sagt sie.

Ihre Forderung: besser beleuchtete Straßen, sichere öffentliche Verkehrsmittel, mehr Schutz vor Gewalt und mehr Anlaufstellen für Frauen. „Sich sicher zu fühlen, darf kein Privileg sein, es muss selbstverständlich sein für jede Frau, auf jedem Heimweg“, so Brantner.

So viele Täter haben keinen deutschen Pass

Was für Kritik sorgt: Über einen auffälligen Befund in der deutschen Kriminalstatistik spricht Brantner in ihrem Video nicht. Nichtdeutsche Tatverdächtige sind gerade bei Gewaltkriminalität deutlich überrepräsentiert. Laut Statistik 2025 hatten 42,9 Prozent der Tatverdächtigen bei Gewaltkriminalität keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das Bundeskriminalamt selbst spricht von einer „deutlichen Überrepräsentation“.

Auch bei schweren Sexualdelikten ist der Anteil hoch: Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und besonders schwerem sexuellen Übergriff waren 38,5 Prozent der Tatverdächtigen nicht deutsch. Zum Vergleich: Menschen ohne deutschen Pass machten Ende 2025 rund 14,9 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ist damit bei Gewaltkriminalität knapp dreimal so hoch, bei der Gruppe schwerer Sexualdelikte rund zweieinhalbmal so hoch wie ihr Bevölkerungsanteil.

CDU-Politiker wirft Brantner „Verlogenheit“ vor

Weil Brantner das verschweigt, wirft der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß (41) ihr „Verlogenheit“ vor. Ploß zu BILD: „Wenn Frau Brantner sich darüber beklagt und mit dem Finger auf andere zeigt, zeigen drei Finger auf sie zurück. Bis heute unternimmt die grüne Partei alles, um sinnvolle Initiativen zum Stopp der illegalen Migration oder Abschiebungen von kriminellen Ausländern zu verhindern.“

Was er meint: Die Grünen kritisieren u. a. den von der Bundesregierung eingeschlagenen Abschiebekurs, auch Brantner selbst. Sie unterzeichnete im Juni einen offenen Brief gegen Abschiebe-Gespräche mit Taliban-Vertretern in Brüssel. Die Einladung der Islamisten nach Europa nannten die Unterzeichner einen „schwerwiegenden Fehler“, obwohl es um die Rückführungen krimineller Afghanen geht.

Brantner kritisierte Merz in der Stadtbild-Debatte

Und auch in der von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) begonnenen Stadtbild-Debatte hagelte es Kritik der Grünen-Chefin. Merz hatte ein Unsicherheitsgefühl im öffentlichen Raum beklagt und gesagt: „Fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte. Ich vermute, Sie kriegen eine ziemlich klare und deutliche Antwort.“ Später konkretisierte er, Probleme würden diejenigen Migranten machen, die sich „nicht an unsere Regeln halten“.

Brantner wetterte: „Wir brauchen einen Kanzler, der verbindet, und nicht einen Kanzler, der in rätselhaften Sätzen spricht, die alle unter Verdacht stellen, und dann auf irgendwelche Töchter verweist.“ Sie gab Merz zwar beim Befund des Problems recht. Zum Beispiel an Bahnhöfen könne man „sich unsicher fühlen“. Doch über die deutliche Überrepräsentation nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Gewaltkriminalität und schweren Sexualdelikten spricht Brantner nicht.

BILD fragte die Grünen-Chefin: Haben Sie an den Sicherheitsproblemen nicht eine Mitschuld, Frau Brantner? Die Anfrage ließ Brantner am Sonntag aber unbeantwortet.