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Berlin – Aktuell dämpft eine staatliche Finanzspritze („Spritpreisbremse“) die Preise an der Zapfsäule. Doch bereits zum Jahreswechsel müssen sich Autofahrer auf den nächsten heftigen Preissprung einstellen. Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ warnt Tankstellen-Verbandschef Carsten Müller (52): Benzin könnte bis zu 40 Cent teurer werden – auch wegen einer höheren Klimasteuer.

Wird der 1. Januar zum Schicksalstag für Deutschlands Autofahrer? Nach drei Monaten läuft nach bisherigem Stand die aktuelle Spritpreisbremse aus. Dann gilt wieder der volle Steuersatz für Benzin. Ebenfalls zum Jahreswechsel steigt aber auch eine Klimasteuer deutlich: die sogenannte Treibhausgas-Minderungsquote. Sie soll Mineralölkonzerne dazu bringen, mehr Biokraftstoffe beizumischen. In Summe seien deshalb „locker 35 bis 40 Cent mehr pro Liter“ möglich, so Müller.

Drastische Warnung vor Hamsterkäufen

Und dann? Die Bundesregierung arbeitet aktuell an einem staatlichen Preisdeckel für Benzin – für Müller „blanker Populismus“. Denn: Die Einkaufskosten würden sich regional erheblich unterscheiden. In Köln müssten Betreiber Diesel etwa sechs Cent und Benzin 15 Cent pro Liter teurer einkaufen als Betreiber in günstigeren Regionen. Und: Bei einem zu niedrigen Deckel könnten Importeure und Raffinerien ihren Sprit lieber ins Ausland verkaufen, wo sie mehr verdienen. Folge: weniger Anbieter, Knappheit und letztlich noch höhere Preise.

„Wir zocken niemanden ab“

Zu einem Ansturm auf die Zapfsäulen könne es bereits vor dem Jahreswechsel kommen, warnt Müller. Als die vorherige Spritpreisbremse im Juni abgelaufen sei, habe es Hamsterkäufe gegeben: „Manche Leute füllen den Sprit in Colaflaschen ab“, so der Verbandschef, der auch selbst einige Dutzend Tankstellen betreibt. „Das wird sich zum Jahreswechsel wiederholen – oder sogar schlimmer werden.“

Gegen den Vorwurf, Tankstellen verdienten kräftig an den hohen Preisen, wehrt sich Müller. Pächter kämen seinen Angaben zufolge auf etwa 1,5 Cent Gewinn pro Liter. Zugleich seien die Transportkosten massiv gestiegen. Müller weiter: „Wir zocken niemanden ab.“