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Dortmund – Manche Orte vergisst man nie. Für Marc Bartra (35) ist Dortmund so ein Ort. Hier erlebte der Spanier große Fußballmomente, gewann einen Titel – und musste eine der dunkelsten Stunden seines Lebens durchstehen. Am Mittwoch (21 Uhr/DAZN, Live-Ticker bei BILD.de) kehrt der Innenverteidiger erstmals seit seinem Wechsel vom BVB zurück. Mit Betis Sevilla tritt er in der Champions League im Signal Iduna Park an.

Bartra: „Der Verein ist Teil meines Lebens“

„Der Verein ist Teil meines Lebens, dort habe ich eine prägende Zeit erlebt – sowohl als Fußballer als auch als Mensch“, sagte Bartra dem SID vor dem Duell. Zwischen 2016 und 2018 absolvierte er 51 Pflichtspiele für Borussia Dortmund. Seine Zeit beim BVB ist allerdings untrennbar mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus am 11. April 2017 verbunden.

Damals wurde Bartra von einem Metallsplitter getroffen und an der Hand verletzt. Er musste operiert werden. Was folgte, waren schwierige Wochen, in denen der Fußball für den Spanier längst nicht mehr das Wichtigste war. Doch Bartra kämpfte sich zurück. Nur wenige Wochen nach dem Anschlag stand er wieder auf dem Platz. Mit Dortmund gewann er anschließend den DFB-Pokal.

Die Ereignisse haben ihn nachhaltig geprägt. „Ich musste sehr schwierige Momente überwinden. Dadurch habe ich das Leben, den Fußball und die Menschen an meiner Seite noch mehr zu schätzen gelernt. Deshalb wird Dortmund immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.“

Nun steht das Wiedersehen mit dem Klub und den Fans bevor, die ihn damals unterstützten. Besonders die Atmosphäre im Westfalenstadion ist Bartra in Erinnerung geblieben. Bartra: „Man kann in großartigen Stadien spielen, aber das Gefühl im Westfalenstadion, besonders vor der Gelben Wand, lässt sich nur schwer in Worte fassen.“

„Das Stadion hat ein eigenes Leben“

Was ihn dort erwartet, kann er kaum beschreiben. „Es ist eine unglaubliche Energie. Wenn man auf den Platz kommt und sieht, wie alle singen, springen und die Mannschaft antreiben, hat man das Gefühl, dass das Stadion ein eigenes Leben hat.“

Auch seinen Mitspielern bei Betis kann er dieses Gefühl offenbar nur schwer vermitteln: „Ich sage ihnen, dass sie es selbst erleben müssen, um es zu verstehen.“ Für Bartra ist die Rückkehr deshalb etwas Besonderes. Er selbst bezeichnete sie als „ein Geschenk“ und betonte: „Ich empfinde Dortmund gegenüber eine große Verbundenheit.“

Bei aller Emotionalität soll am Mittwoch aber auch der Sport nicht zu kurz kommen. Bartra sieht Betis keineswegs chancenlos: „Betis hat gezeigt, dass wir gegen große Mannschaften bestehen können.“

Ganz ohne Abschied war Bartra damals allerdings nicht gegangen. Am 8. März 2018 kehrte er wenige Wochen nach seinem Wechsel zu Betis Sevilla noch einmal in den Signal Iduna Park zurück. Vor dem Europa-League-Spiel gegen RB Salzburg wurde der Spanier unter dem Jubel der Fans offiziell verabschiedet. Schon damals war es ein emotionaler Moment. „Gemeinsam haben wir viel erlebt und vieles durchstanden, deshalb wird das am Donnerstag ganz sicher noch einmal ein sehr emotionaler Moment, auf den ich mich sehr freue“, hatte Bartra vor seiner Verabschiedung gesagt.

Nun, mehr als acht Jahre später, kommt es zum Wiedersehen unter anderen Vorzeichen: Diesmal steht Bartra mit Betis Sevilla in einem Pflichtspiel dem BVB gegenüber. Und die Erinnerungen an seine Dortmunder Zeit, die sportlichen Erfolge und den Anschlag auf den Mannschaftsbus im April 2017 werden wieder präsent sein.