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Mainz – Deutliche Worte von Matthias Sammer (58)! Am Mittwochmittag kam es beim Internationalen Trainer-Kongress in Mainz zum großen Bühnengespräch mit Stuttgart-Trainer Sebastian Hoeneß (44), Union-Trainerin Marie-Louise Eta (35), Darmstadt-Coach Florian Kohfeldt (43) und BVB-Berater sowie DFB-Legende Sammer. Dabei ging es natürlich auch um das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft. Sammer sieht die Probleme im deutschen Fußball an vielen Stellen – und nimmt dabei auch die Sportdirektoren ins Visier.

Seine klare Forderung: Der deutsche Fußball braucht besser ausgebildete Sportdirektoren! Sammer sagt: „Ich glaube, dass wir in Deutschland ein Sportdirektoren-Problem haben. Wir überlassen viel zu viel den Trainern. Die müssen sich um 25 Spieler und 50 Mitarbeiter kümmern. Es braucht jemanden daneben, der nicht nur mit den Beratern spricht. Sondern der auch den ganzen Prozess mitbegleitet und versteht, was ein Trainer braucht.“

Und Sammer legt nach: „Das können mir alle Sportdirektoren gerne übelnehmen. Wir bilden Trainer aus, aber keine Sportdirektoren. Das muss unbedingt passieren.“ Interessant: Bereits vor Jahren wurde aus DFL-Kreisen die Idee eines „Führerscheins“ für Sportdirektoren diskutiert. Hintergrund war die Überzeugung, dass die Bundesliga-Klubs mit den TV-Einnahmen nicht immer förderlich für den sportlichen Erfolg umgegangen seien. Die Fußballkommission der DFL beschäftigte sich deshalb auch mit der Frage, wie die Verantwortlichen in den Vereinen besser auf ihre Aufgaben vorbereitet werden können.

Sammer sieht aber nicht nur bei den Sportdirektoren Handlungsbedarf. Auch im Umgang mit jungen Spielern müsse sich etwas verändern: „Wenn wir auf die jungen Spieler schimpfen, dann haben die Alten versagt. Weil wir sie nicht richtig geführt haben. Wir müssen auch unangenehme Dinge ansprechen. Und wenn dann jemand zwei Tage beleidigt ist, dann ist das halt so.“

Auch mit der Entwicklung des deutschen Fußballs insgesamt geht der Europameister von 1996 hart ins Gericht: „Wir wollen Veränderungen, aber nur zu den Bedingungen, die der Gegenüber hören will. So wird es nicht funktionieren. Am Ende zählt nur das Ergebnis.“ Für Sammer muss der deutsche Fußball deshalb wieder stärker auf Leistung und Ergebnisse schauen. Mit der neuen DFB-Führung um Bundestrainer Jürgen Klopp (59) verbindet er dabei große Hoffnungen: „Der DFB muss jetzt die Führungsrolle übernehmen. Ich bin sehr erfreut über die Einstellung von Jürgen Klopp und Per Mertesacker. Strukturell sind wir gut aufgestellt.“

„Ergebnisse müssen wieder wichtiger werden“

Doch Sammer fordert eine klare Priorisierung: „Die A-Note, die Ergebnisse, müssen wieder wichtiger werden als die B-Note, die Schönheit. Wir dürfen keine Generations-Diskussion führen. Wenn die A-Note stimmt, können wir uns um die B-Note kümmern.“ Eine Botschaft, die nach dem WM-Aus der deutschen Mannschaft deutlich klingt. Für Sammer braucht der deutsche Fußball nicht nur neue Strukturen – sondern vor allem wieder mehr Führung, klare Entscheidungen und den Mut, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen.