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Berlin – Während sich die Bundesregierung für Bürokratieabbau feiert, spüren die Firmen gar nichts davon! 45 Prozent sehen gar keine Veränderung. Und 53 Prozent sagen sogar: Die Belastungen durch Vorschriften und Bürokratie sind noch größer geworden.

Das ergibt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA, die BILD exklusiv vorliegt. Dabei hatte die Bundesregierung vor drei Wochen noch mit Erfolgen beim Bürokratieabbau geprahlt: Die Bilanz sei „positiv“, heißt es im „Bericht der Bundesregierung zum Stand der Staatsmodernisierung 2026“ (7. Oktober). Weiter steht dort: „Ressortübergreifender systematischer Bürokratierückbau funktioniert und konkrete Entlastungen sind fortwährend möglich.“ Doch der Bericht enthält auch das Eingeständnis: „Bei den Bürokratiekosten konnten bisher lediglich Einsparungen von rund 232 Millionen Euro erreicht werden.“

Bürokratie für 83 Prozent größtes Risiko

Das merken auch die Firmen: Als größtes Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg werden in der Umfrage zu viele Vorschriften und Regulierungen (83 Prozent) angegeben.

79 Prozent zählen zudem hohe Arbeitskosten zu den großen Problemen. Danach folgen hohe Energiepreise (72 Prozent). Sechs von zehn Unternehmen sehen große Risiken durch Fachkräftemangel (60 Prozent) und zu hohe Unternehmenssteuern (58 Prozent). 52 Prozent nennen eine unsichere Nachfrage und 46 Prozent eine veraltete Infrastruktur in Deutschland. Rund ein Drittel (36 Prozent) sieht in der fehlenden Digitalisierung der Verwaltung ein großes Risiko für den Unternehmenserfolg.

Für die Forsa-Umfrage wurden 1.006 Unternehmen der Privatwirtschaft mit mindestens 10 Mitarbeitern in Deutschland zwischen dem 28. August und dem 29. September 2026 repräsentativ befragt.

„Kaum eine Hürde überwunden, türmt sich die nächste auf“

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger zu BILD: „Unternehmer erleben einen Sisyphos-Effekt: Sie strengen sich an, investieren, schaffen Arbeitsplätze und kämpfen sich voran. Doch immer neue Vorschriften werfen sie zurück. Kaum haben sie eine bürokratische Hürde überwunden, türmt sich schon die nächste vor ihnen auf.“

Der BDA-Chef schlägt als Sofortmaßnahmen vor, das Lieferkettengesetz für Firmen mit weniger als 5000 Mitarbeitern abzuschaffen und „überflüssige steuerliche Meldepflichten“ zu streichen. „Daten, die der Staat bereits hat, darf er nicht immer wieder neu verlangen“, so Dulger.