TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

London – Überraschung auf der Insel! Nigel Farage, Brexit-Anführer und heutige Chef der Partei „Reform UK“, legt sein Mandat im Briten-Parlament nieder. Ihm wird vorgeworfen, finanzielle Spenden nicht deklariert zu haben. „Ich habe lange darüber nachgedacht und mich heute dazu entschieden: Ich werde heute als Abgeordneter für Clacton zurücktreten“, sagte Farage auf einer spontanen Pressekonferenz.

ABER: „Mr. Brexit“ könnte schon bald wieder im Parlament sitzen. Denn: Mit diesem Schritt will Farage eine Nachwahl in seinem Wahlkreis erzwingen. Für die will er nämlich erneut kandidieren. „Ich habe beschlossen, dass die Einwohner von Clacton über meine Handlungen urteilen sollen“, so Farage. Und weiter: „Deshalb werde ich mich für diese Nachwahl aufstellen lassen. Ich werde kämpfen, um zu gewinnen.“

Farages Strategie: Er will sich als Opfer einer Kampagne der Eliten inszenieren. Durch eine Wiederwahl möchte er beweisen, dass diese Eliten gegen den Willen des Volkes handeln würden. Ein Manöver, das erfolgreich sein kann, aber auch riskant ist.

Was Nigel Farage vorgeworfen wird

In seiner ausführlichen Ansprache beteuerte Farage seine Unschuld: „Ich habe in keiner Weise gegen das Gesetz verstoßen.“ Eine Aufsichtsinstanz des Parlaments hat wegen einer Zuwendung in Höhe von fünf Millionen Pfund (5,9 Millionen Euro) von einem in Thailand lebenden Krypto-Milliardär eine Untersuchung gegen Farage eingeleitet. Am Sonntag forderte Josh Babarinde, Abgeordneter der oppositionellen Liberaldemokraten, eine weitere Untersuchung wegen Spenden von einem verurteilten Betrüger. Es sei höchst fraglich, ob Farage „seinen Verpflichtungen gemäß dem Verhaltenskodex“ für Mitglieder des Unterhauses nachgekommen sei, sagte Babarinde.

Farage gilt als möglicher kommender Ministerpräsident Großbritanniens. In Umfragen ist seine rechte „Reform UK“-Partei seit rund einem Jahr die stärkste politische Kraft des Landes.