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Moron – Traurige Nachrichten aus Argentinien. Der frühere Box-Weltmeister Jorge Castro (59) ist in einer Bingo-Halle in der Nähe von Buenos Aires zusammengebrochen und anschließend gestorben. Besonders tragisch: Seine Tochter Quimely musste alles mit ansehen. Trotz Wiederbelebungsmaßnahmen konnte der frühere Weltmeister im Mittelgewicht nicht mehr gerettet werden.

Argentinische Behörden bestätigten den Tod durch einen erlittenen Herzinfarkt. Seine Tochter sagte gegenüber argentinischen Medien: „Der Tod meines Vaters war natürlich. Er hatte einen Herzinfarkt. Seine Brust fing an zu schmerzen und er hielt es nicht mehr aus. Es war eine Sache von gerade einmal 15 Minuten, mehr nicht. Die Spurensicherung (Policía Científica) hat bereits nachgewiesen, dass es ein völlig natürlicher Tod war.“

Tochter schildert Castros letzte Minuten

Und weiter: „Er war mit mir und meiner Mutter zusammen. Wir hatten einen ganz normalen gemeinsamen Ausflug mit meiner Mutter gemacht. Die beiden sind sehr enge Freunde; sie sind zwar schon seit 15 Jahren kein Paar mehr, aber sehr gut befreundet. Es war ein Ausflug, den wir zu dritt gemacht haben.“

Castros Tochter schildert die letzten Momente vor dem Tod ihres Vaters: „Es ging uns gut und plötzlich sagte er zu mir: ‚Ich gehe kurz auf die Toilette.‘ Als er zurückkam, sagte er: ‚Meine Brust tut ein wenig weh.‘ Ich sagte ihm: ‚Das liegt daran, dass du wie ein Verrückter rauchst.‘ Er sagte anschließend zu mir: ‚Es tut sehr weh, Tochter.‘“

Und weiter: „Das war der Moment, in dem wir das Personal vor Ort verständigten. Und es ging alles so schnell – genau so, wie ich es gerade erzähle. Sie brachten ihn in einen separaten Raum, begannen unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Reanimationsversuchen, und das war es dann.“

1994 wurde Castro WBA-Champion

Castro gab 1987 sein Profi-Debüt beim Boxen, bestritt 144 Kämpfe in 20 Jahren, bevor er 2007 seine Karriere beendete. Am 12. August 1994 gewann er den Weltmeister-Titel beim Verband WBA nach einem Punktsieg gegen Reggie Johnson.

Das Highlight seiner Karriere war vermutlich der Kampf am 10. Dezember 1994 gegen den bis dato ungeschlagenen John Jackson (32:0). Castro musste acht Runden lang richtig einstecken, bevor er in der 9. Runde aus dem Nichts mit einem linken Haken und einer rechten Geraden Jackson auf die Bretter schickte und sich den Sieg durch K.o. holte. Mehr als ein Jahr später musste er den Titel gegen Shinji Takehara abgeben. Jetzt hat Castro seinen größten Kampf leider verloren. Er hinterlässt 15 Kinder und 14 Enkelkinder.