Mailand – Die berüchtigte Villa von Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi wechselt den Besitzer! Käufer: ein Katar-Scheich. Hamad bin Dschassim bin Dschabr Al Thani – Ex-Premier und -Außenminister des Golfstaats (2007 bis 2013) darf jetzt da einziehen, und zwar vergleichsweise günstig! Denn er kauft das Luxus-Anwesen zum „Schnäppchen-Preis“ von „nur“ 350 Millionen Euro. Ursprünglich wollten die Berlusconi-Erben dafür eine halbe Milliarde Euro.

Das Anwesen mit Blick auf die Bucht von Porto Rotondo war der inoffizielle Sommersitz des früheren Regierungschefs – und Schauplatz der legendären „Bunga-Bunga“-Partys. Jene wilden Gelage, die Berlusconi mit einem Harem sehr junger Damen in seiner Milliardärs-Villa schmiss und ihn am Ende neben Korruption und Amtsmissbrauch auch wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger vor Gericht brachten. Im letzten Punkt wurde er freigesprochen, seine Mitstreiterin Nicole Minetti nicht: Die frühere Zahnarzthelferin und TV-Moderatorin wurde wegen der Beschaffung von Frauen für diese Partys verurteilt.

Die Villa steht auf 120 Hektar Land, hat sieben Schwimmbäder, einen künstlichen Vulkan und ein großes Amphitheater. Sie bietet neben 4500 Quadratmetern Wohnfläche mit 126 Zimmern auch viel fürs Auge, unter anderem Gewächshäuser mit seltenen Orchideen. Und natürlich eine spannende Geschichte.

Berlusconi empfing dort Staatsoberhäupter aus aller Welt, so auch den damaligen US-Präsidenten George W. Bush (heute 79), den ehemaligen britischen Premier Tony Blair (73) und sogar den russischen Präsidenten Wladimir Putin (73).

Der Katar-Scheich kauft über eine Luxemburger Investmentgesellschaft. Kein Unbekannter auf Sardinien: Die Al-Thani-Dynastie, die den Golfstaat seit über 150 Jahren regiert, besitzt dort bereits Luxus-Immobilien und das Krankenhaus Mater Olbia.

Mit dem Verkauf wird auch Berlusconis Nachlass geregelt: Der 2023 gestorbene Medienmogul vermachte seiner Ex-Partnerin Marta Fascina und seinem Bruder Paolo jeweils 100 Millionen Euro.