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Kathmandu (Nepal) – In Nepal wurden bereits mehr als 800 Tote aus den schwarzen Schlammmassen geborgen. Mehr als 3000 Menschen werden noch vermisst, darunter auch Deutsche, laut Auswärtigem Amt eine hohe einstellige Zahl. Doch es gibt auch Überlebende, die dem Tod durch die Schlammlawine entkommen sind.

Die lokale „Kathmandu Post“ berichtet von solchen Schicksalen. So etwa von Rambachan Sah (36).

Stromkabel rettet sein Leben

Der 36-Jährige arbeitete in einem Süßwarengeschäft. Als er gerade Süßigkeiten herstellte, drang plötzlich die Schlammlawine in den Laden. Der 36-Jährige wurde mitgerissen! Irgendwie gelang es ihm, sich an einem Stromkabel festzuhalten. „Fast eine halbe Stunde lang kämpfte ich um mein Leben“, erinnert er sich. „Wären meine Hände vom Kabel abgerutscht, hätte ich keine Überlebenschance gehabt.“

Doch der 36-Jährige schaffte es. Seine drei Kollegen aus dem Geschäft sind bislang vermisst. Sah ist zutiefst traumatisiert: „Es mögen noch Spuren von Schlamm von der Überschwemmung an meinem Körper sein, aber die Angst jenes Morgens ist noch immer sehr präsent.“

Im Seitenspiegel sah er die Flut kommen

Lkw-Fahrer Raj Kumar Karki (36) hatte gerade Waren verladen, als er Rufe hörte: „Die Flut kommt, die Flut kommt!“ Er wendete seinen Lastwagen, da sah er schon die Flut auf ihn zurasen. Sofort beschleunigte er. Mehrere Lastwagen und Fahrzeuge hinter ihm wurden von den Schlammmassen weggerissen. Im Seitenspiegel sah er die Flut direkt hinter sich. Er lenkte seinen Laster in die Berge, das rettete ihn.

„Ich habe überlebt, indem ich vor dem reißenden Bhotekoshi-Fluss blieb, die Flut direkt hinter mir. Ich bin so schnell wie möglich gefahren, um zu entkommen“, berichtet er der Zeitung. Er musste mit ansehen, wie die Flut den ganzen Ort wegriss und Freunde in den Tod zog.

Die Flutwelle spuckte Tulasi wieder aus

Unglaubliches Glück hatte Tulasi Bahadur Bhandari. Die Flut überraschte ihn völlig. „Plötzlich stürzten Gebäude ein. Wir hatten keine Ahnung, woher die schwarze Schlamm- und Wasserflut kam“, beschreibt er den Moment der Katastrophe. Er versuchte noch, zu fliehen – vergebens: „Die Welle traf mich hart und riss mich mit“, berichtet er.

Dann das Wunder: Die Welle schleudert den Nepalesen an einen Berghang, er blieb oberhalb der Flut liegen. „Weil sie mich zur Seite gestoßen hat, bin ich wie durch ein Wunder nicht weggespült worden“, sagt er. Die Flut hatte ihn wieder ausgespuckt.