Berlin – Er galt als „der Irre von Teheran“ und als einer der gefährlichsten Männer der Welt: der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad (69). Um den bekennenden Israel-Hasser und Holocaust-Leugner ranken sich jetzt überraschende Theorien: Einem Zeitungsbericht zufolge steht Ahmadinedschad unter Hausarrest, weil er ausgerechnet an einem Plan Israels zum Sturz des Regimes beteiligt gewesen sein soll.
Nach Angaben der „New York Times“ verbrachte der israelische Geheimdienst Mossad mehrere Jahre damit, den früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als möglichen Nachfolger des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei in Position zu bringen.
Eine Konferenz zum Klimawandel an der Ludovika-Universität in Budapest im Jahr 2024 soll nach Aussagen ihres Rektors als Tarnung für vertrauliche Treffen zwischen dem Ex-Präsidenten und Agenten des israelischen Geheimdienstes gedient haben. Das Anwerben von Ahmadinedschad habe eine so hohe Priorität für Israel gehabt, dass der damalige Geheimdienstchef des Landes, David Barnea (61), selbst nach Budapest gereist sein soll, um sich mit ihm zu treffen.
Mossad-Plan scheiterte im Krieg
Der Mossad-Plan habe mehrere Phasen umfasst – darunter militärische Angriffe auf den Iran, die Ausschaltung iranischer Führungspersönlichkeiten, Kampagnen zur politischen Einflussnahme sowie Maßnahmen zur Verstärkung der inneren Instabilität im Land.
Weiter heißt es in dem Bericht, die letzte Phase sollte im Februar dieses Jahres, zu Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran, starten. Ahmadinedschad sollte demnach von israelischen Streitkräften außer Landes gebracht werden und später als neuer iranischer Staatschef zurückkehren. Dazu kam es aber nicht, er soll laut NYT seine Zusammenarbeit mit dem Mossad noch vor der Umsetzung der letzten Phase des Plans beendet haben.
Als am 28. Februar ein israelischer Luftangriff sein Haus in Teheran traf, soll Ahmadinedschad von Mossad-Agenten zu einem geheimen Unterschlupf gebracht worden sein. Der frühere Staatschef verließ das „Safe House“ aber unter unklaren Umständen, brach die Zusammenarbeit mit dem israelischen Geheimdienst ab. Vier hochrangige iranische Regierungsbeamte sagten der NYT, dass sich Ahmadinedschad inzwischen in Gewahrsam des Geheimdienstes der Revolutionsgarde befinde und unter Hausarrest stehe.