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Moskau – Russland hat schon wieder ein Spritproblem! Die zweite Welle der Benzinkrise hat jetzt auch Moskau voll erwischt. Tankstellen in der Hauptstadt und im Umland rationieren Benzin, vor einigen Zapfsäulen bilden sich lange Schlangen. Ende Juli hatte die russische Regierung noch eine Stabilisierung des Kraftstoffmarktes verkündet. Doch nun hat sich die Lage wieder verschärft! Wie angespannt die Versorgung ist, zeigen Daten der russischen Tankstellen-App „GdeBenz“ (deutsch „Wo gibt es Benzin?“). Dort melden Autofahrer, an welchen Tankstellen gerade Benzin oder Diesel verfügbar ist. Am 16. August zeigte der Dienst für nur 28,1 Prozent der erfassten Tankstellen verfügbaren Kraftstoff an, eine Woche zuvor waren es noch 41 Prozent. Allerdings bedeutet die Zahl nicht, dass an den übrigen 71,9 Prozent der Tankstellen tatsächlich kein Sprit vorhanden war: Fehlende aktuelle Nutzermeldungen werden ebenfalls nicht als bestätigte Verfügbarkeit gewertet.

Sprit rationiert

Besonders deutlich zeigt sich der neue Spritmangel inzwischen in Moskau und der umliegenden Region: Dort wird Benzin rationiert. Gazprom Neft begrenzt auf 60 Liter, Tatneft auf 50 Liter und Rosneft landesweit auf 30 Liter pro Auto. Auch Lukoil hat in Moskau und der Umgebung Beschränkungen eingeführt. Ein Hauptgrund für die Engpässe: ausgefallene russische Raffinerien. Seit Monaten nimmt die Ukraine Russlands Öl-Infrastruktur mit Drohnen ins Visier. Ende Juli und Anfang August hatte eine neue Welle von Drohnenangriffen russische Ölraffinerien getroffen. Gleichzeitig steigt der Kraftstoffbedarf wegen der Sommerferien.

Vor einem Monat begann das Sprit-Chaos

Diie Sprit-Krise ist für Russland nicht neu: Schon Mitte Juli wurde Benzin in weiten Teilen des Landes knapp. Auf der völkerrechtswidrig von Russland annektierten Krim wurden damals Preise von fast vier Euro pro Liter aufgerufen. Vor den Tankstellen bildeten sich kilometerlange Schlangen. Autofahrer mussten teilweise bis zu 48 Stunden auf Sprit warten. Um wieder mehr Sprit an die eigenen Tankstellen zu bekommen, verbot die Regierung den Export von Benzin und Diesel, senkte die Qualitätsanforderungen für Sprit und begann, zusätzliche Kraftstoffe zu importieren.