Klartext vom Bayern-Boss! Vereins-Präsident Herbert Hainer (72) hat sich im Rahmen der Abreise zu Bayerns Asientour am Samstag zu den mittlerweile wieder zurückgenommenen WM-Verkaufsplänen der Fifa geäußert. Hainer: „Es ist ein Glück, dass dieser Spuk so schnell vorbeigegangen ist, wie er gekommen ist und diese aberwitzige Idee vom Tisch ist. Ich denke, die Uefa hat ganz klar gesagt, dass sie Transparenz vermisst – und hat auch von Vertrauensverlust gesprochen. Dieser Vorgang ist eigentlich unglaublich, dass niemand eingeweiht war vorher von den ganzen Verbänden und das über Nacht auf den Tisch kam.“
Infantino hatte zuvor alle mit dem geplanten Teilverkauf aller Fußball-Weltmeisterschaften (20 bis 30 Prozent u.a. an eine Gruppe von Trumps Schwiegersohn-Bruder Joshua Kushner) überrascht. Dieser Plan ist inzwischen gescheitert. Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt, erklärte Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme. „Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, begründete der Fußball-Boss seine abrupte Kehrtwende.
Hainer: „Fußball muss Fußball bleiben“
Vorangegangen war der einstimmige Beschluss der 55 Uefa-Länder, die Fifa-Turniere zu boykottieren, falls Infantino seinen Deal durchsetzt. Auch der asiatische Verband hatte sich klar gegen die Pläne ausgesprochen, Infantino hatte damit keine Mehrheit mehr. Hainer: „Ich denke, Fußball muss Fußball bleiben. Die Fifa hat als oberster Dachverband die Aufgabe, den Fußball zu organisieren. Wenn Fremdinvestoren mitbestimmen wollen, dann besteht immer die Gefahr, dass es an die Grundprinzipien und Grundstrukturen des Fußballs geht und dass man sich vergreift.“ Das Fazit des Bayern-Präsidenten: „Ich denke, man muss jetzt sicherstellen, dass so eine Idee nicht mehr auf den Tisch kommt.“