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Ravensburg – Sie wollen Klima und Umwelt retten und leben im Wald. Jetzt wurden mehrere mwelt-Aktivisten in ihren Baumhäusern und Hütten von über hundert Polizisten kurz nach Morgengrauen überrascht.

Hintergrund der Großrazzia ist ein brutaler Raubüberfall auf eine Moped-Clique.

Rückblick: Am Abend des 27. September 2026 soll es am Camp bei Ravensburg (Baden-Württemberg) einen Streit zwischen drei jugendlichen Mopedfahrern (17 bis 18) und Umwelt-Aktivisten gegeben haben. Dabei sollen die Jungs verprügelt und teilweise verletzt worden sein. Auch Gegenstände der Moped-Clique seien geraubt worden.

Gut fünf Wochen später jetzt das: Um 8 Uhr morgens rückte das Großaufgebot der Polizei am Tatort an. Das Aktivisten-Camp wurde von Beamten umstellt. Spezialkräfte mit Kletterausrüstung kraxelten auf die Baumhäuser. Sie hatten einen richterlichen Durchsuchungsbefehl dabei.

Verdacht des schweren Raubs

Laut Polizei wird gegen drei namentlich bekannte Personen ermittelt – wegen Verdachts der schweren räuberischen Erpressung, des schweren Raubs, der gefährlichen Körperverletzung und versuchter Nötigung. Nach BILD-Informationen waren die mutmaßlichen Schläger zur Tatzeit im Baumcamp. Auch gegen unbekannte Personen wird ermittelt.

Polizeisprecher Oliver Weißflog (51) über die Razzia: „Die Durchsuchungen dienen ausschließlich dem Auffinden von Beweismitteln in den Ermittlungsverfahren. Sie richten sich ausdrücklich nicht gegen das als Dauerversammlung eingestufte ,Baumcamp’.“ Neben dem Waldlager wurden laut Polizei auch drei weitere „Objekte“ durchsucht.

Campbewohner spricht von Provokationen

BILD erfuhr: Laut Strafanzeige eines der Opfer wurden zwei Jungen mit einem Holzknüppel von ihren Mopeds geschlagen. Drei Angreifer sollen sich auf einen der Jugendlichen gesetzt und ihn gewürgt haben. Eine circa 60 Jahre alte Frau habe dabei zugesehen und nicht eingegriffen. Schließlich wurde einem Überfallopfer eine GoPro-Kamera geraubt.

Klima-Aktivist Samuel Bosch (23), der schon seit fünf Jahren im Camp lebt, sagt zu BILD: „Zu den Vorwürfen weiß ich nichts. Wir protestieren hier friedlich gegen Kiesabbau und meinen, dass dieser Polizeieinsatz unsere Versammlungsfreiheit beschränkt.“

Laut Bosch leben derzeit zehn Demonstranten im Camp, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Provokationen durch Jugendliche gekommen sei – u. a. mit Feuerwerkskörpern. Zu Beginn der Razzia seien fünf Aktivisten dort gewesen.