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Krakau (Polen) – Es waren dramatische Szenen, als sich zwei Polizisten dem Attentäter von Krakau entgegenstellten. Beide wurden schwer verletzt, hielten Michał O. trotzdem weiter fest. Für einen der Beamten ging es offenbar um Leben und Tod. Ein zufällig anwesender Arzt stopfte seine Hände direkt in den zerschossenen Brustkorb des Beamten, um die Blutung zu stoppen.

Ein Brite (32), ein Pole (50), drei Polinnen (53, 47, 61) und eine Österreicherin (51) waren im Kugelhagel gestorben. Die beiden verletzten Polizisten sind mittlerweile aus dem Koma erwacht. Ihre Retter: die Chirurgen Dr. Mateusz Wierdak und Professor Michał Pędziwiatr (43). Sie hatten am Samstag in einem Restaurant in der Altstadt gesessen, als Michał O. (24) um sich schoss, berichtet „Fakt“ (gehört wie BILD zu Axel Springer).

Die genauen Hintergründe des Angriffs sind noch unklar. Laut Ermittlern hatte der Killer gegen 15 Uhr aus seinem Auto heraus wahllos auf Menschen geschossen. Kurz darauf rammte O. ein anderes Fahrzeug, konnte nicht mehr weiterfahren. In unmittelbarer Nähe liegt das Restaurant, in dem die beiden Mediziner saßen. Sie bekamen mit, dass der Attentäter auf die Streifenpolizisten Jakub Kulik und Artur Morański schoss.

Trotz schwerer Verletzungen hatten die Polizisten den Killer noch festgehalten. Oberwachtmeister Kulik war dreimal getroffen worden, unter anderem in der Lunge. Dr. Mateusz Wierdak und Professor Michał Pędziwiatr zögerten keine Sekunde. Pędziwiatr über seinen Kollegen: „Um es mal salopp auszudrücken: Er stopfte alle Verbände in die Brust des Polizisten und steckte seine Hände hinein.“

Pędziwiatr fuhr mit ins Krankenhaus, übernahm laut „Fakt“ eine Not-OP. Ein Sprecher der Woiwodschaft Kleinpolen sagte in den frühen Sonntagmorgenstunden, dass die Operationen erfolgreich verliefen.

Nach dem Attentat entdeckten Ermittler in der Wohnung des Attentäters drei weitere Leichen. Es soll sich dabei um die Eltern und eine Schwester von Mörder Michał O. handeln. Der Schütze, der an dem Tag einen „Akt des Terrors“ begangen habe, sei von „rechtsextremen Ideologien fasziniert“ gewesen, hatte Polens Regierung zuvor erklärt.