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Es ist der geheimste ARD-Film des Jahres! Heute (20.15 Uhr) zeigt der NDR seinen Doku-Spielfilm „Benko“ über Aufstieg und Fall des berüchtigten Milliarden-Jongleurs René Benko (49). Erst drei Tage vor der Ausstrahlung durften ausgesuchte Journalisten den Film vorab ansehen – unter strenger Aufsicht der Produzenten, um Klagen kurz vor der Ausstrahlung zu vermeiden. Wer das Glück hatte, eine persönliche Kopie streamen zu dürfen, sah eine Kopie, bei der 90 Minuten lang der eigene Namenszug das Bild verdeckte.

Die Geheimniskrämerei hat seinen Grund: Der Film will als Kunst, nicht als authentische Dokumentation verstanden werden – um einen Gerichtsprozess über Persönlichkeitsrechte zu verhindern. Nicht zuletzt deshalb sieht der Hauptdarsteller, der obersteirische Kabarettist Thomas Stipsits (43), seinem Landsmann Benko ganz und gar nicht ähnlich.

Stipsits lächelt feist und bieder, wo Original-Benko sardonisch grinst und den weltgewandten Krösus mimt. Für das Teuflische, Hinterhältige sorgt Stipsits/Benkos Einflüsterer Heino Ferch, der seinem Film-Benko die Tricks und Kniffe einbläst, um Geldgeber zu locken und immer neue Finanzspritzen für seinen Signa-Konzern zu ködern. „Er liebt das Wort garantiert“, wispert Ferch seinem alter Ego zu, „keiner glaubt es, aber jeder will es hören.“ Oder: „Sag nicht Imperium, sag lieber Familie.“

Der Zuschauer fragt sich dauernd: War das wirklich so? Die Antwort geben flimmernde Hintergrundbilder, die Original-Benko mit Investoren und einflussreichen Politikern wie Damals-Ösi-Kanzler Sebastian Kurz oder Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz zeigen, der sich vom „Wunder-Wuzzi“ aus Österreich eine Art Denkmal im Hamburger Hafen erschaffen lassen wollte – heute eine milliardenteure Bauruine!

Bemerkenswert die Sätze, die der spätere Kanzler Scholz 2018 über Benko und seine Schneeball-Firma Signa in die Kameras sprach: „Signa ist finanzstark, hat ein A+Rating und hat Hamburg eine Garantie in der Höhe von 250 Mio. Euro abgegeben“, so Scholz. Er könne den Elbtower-Bau kaum erwarten, denn: „Ich möchte, dass die Hamburgerinnen und Hamburger, wenn es fertig ist, sagen: Das hat der Scholz gut gemacht.“

Damals residierte Benko in einer Traumvilla in Innsbruck. 2023 ging sein Imperium pleite. Der „Wunder-Wuzz“ von einst – bereits verurteilt wegen Insolvenzverschleppung – sitzt heute seine erste Strafe (zweieinhalb Jahre) ab, mit Fußfessel im Hausarrest auf 60 Quadratmetern zur Miete. Diese Woche steht das Hauptverfahren an: wegen Betrugs, Untreue und vieler anderer Vorwürfe. Es drohen: zehn Jahre Haft.

Wer den ARD-Film gesehen hat, wird ahnen: Aus dieser Schlinge wird sich der „Finanz-Ikarus“ nur schwer befreien können.