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München – Wichtiges Statement im Kampf gegen Antisemitismus! DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) hat sich am Freitag mit der Holocaust-Überlebenden Charlotte Knobloch (93), Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, in der Israelitischen Kultusgemeinde München getroffen.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf: „Der Kampf gegen Antisemitismus geht uns alle an“

Neuendorf im Anschluss mit einem Appell: „Die Lebenssituation für jüdische Menschen in Deutschland erfüllt uns mit großer Sorge. Antisemitische Anfeindungen, Bedrohungen und Angriffe bewegen sich auf einem erschreckenden Niveau. Viele jüdische Menschen erleben Antisemitismus in ihrem Alltag, im öffentlichen Raum und in den sozialen Medien. Immer mehr fühlen sich in unserem Land nicht mehr sicher und nicht mehr wohl. Das dürfen wir niemals als Normalität akzeptieren.“

Der DFB-Boss weiter: „Der Kampf gegen Antisemitismus ist nicht allein eine Aufgabe von Politik, Behörden und Justiz. Er geht uns alle an. Der Fußball erreicht Millionen Menschen. Daraus erwächst Verantwortung. Auf unseren Plätzen und in unseren Stadien, in unseren Vereinen und Verbänden darf kein Platz für antisemitische Hetze und Menschenfeindlichkeit sein. Wir müssen einschreiten, wenn Grenzen überschritten werden, und zugleich durch Bildung, Begegnung und Erinnerung Vorurteilen und Hass entgegenwirken.“

Am Donnerstag hatte Knobloch auf Einladung von Neuendorf das Nations-League-Spiel der deutschen Nationalmannschaft in München gegen Serbien (2:0) besucht. Beide verbindet ein gemeinsames Wirken in der Jury des Julius-Hirsch-Preises. Damit zeichnet der DFB seit 2002 Vereine und Initiativen aus, die sich für Vielfalt, Toleranz und Menschenwürde sowie gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung engagieren.

Knobloch: „Judenhass ist auch in Stadien ein Thema“

Knobloch: „Wer mich kennt, weiß: Mein Herz schlägt für den Fußball! Mich begeistert dieser Sport – vor allem bei so erfolgreichen Spielen wie dem gestrigen. Ich freue mich, dass ich der deutschen Mannschaft und Jürgen Klopp zu ihrem Sieg gratulieren darf. Ich bewundere die Leidenschaft, den Ehrgeiz und die Fairness, die eine starke Mannschaft ausmachen. Das hat man gestern gesehen. Aber diese Werte zählen nicht nur auf dem Platz, sondern auch in unserer Gesellschaft. Deshalb danke ich dem DFB und auch Ihnen, lieber Herr Präsident Neuendorf, für das Engagement des deutschen Fußballs gegen Antisemitismus und Hass.“

Und weiter: „Judenhass ist auch in den Stadien ein Thema – ‚Jude‘ ist ein Schimpfwort, und jüdische Spieler und Klubs werden ausgegrenzt. Dagegen kämpft der DFB, zum Beispiel mit dem Julius-Hirsch-Preis. Ich war selbst viele Jahre in der Jury und weiß, wie viele tolle Projekte gegen Hass die Vereine und Fanklubs auf die Beine stellen. Diese Menschen stützen unsere Demokratie. Genau das braucht es heute mehr denn je.“