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Wiesbaden (Hessen) – Wenn Dr. Julia Dokara (32) vor Gericht stand, musste die Anwältin Mandanten vertreten, Richter überzeugen – und hoffen, dass das Baby nicht aufwacht. Wenn doch, wurde der kleine Junge einfach mitten in der Verhandlung gestillt!

In der Vernehmung packte die Mutter ihre Brust aus

Auf Instagram teilt die Anwältin aus Wiesbaden (Hessen) ihre Erfahrungen als berufstätige, junge Mutter. Bei ihrem ersten Sohn, der im Juni 2022 geboren wurde, versuchte sie noch, mit abgepumpter Milch für Prozesse frei zu sein. Doch das hat nicht gut funktioniert. Deshalb kam der zweite Junge (im Mai 2024 geboren) von Anfang an mit ins Gericht. Wie gut das funktionierte, erstaunte sie selbst. Sie schreibt, dass ihr kleiner Sohn wirklich in jeder Verhandlung gestillt werden wollte: „Es gibt niemanden bei Gericht, der meine Brüste nicht kennt.“ Viele nahmen es cool, wie der Richter, der sogar anbot, das Baby zu schaukeln. Einige waren konsterniert wie der Zeuge, dem Dokara mitten in der Vernehmung sagte: „Bitte lassen Sie sich nicht irritieren, ich muss nur kurz meine Brust auspacken.“

Baby im Gericht – niemand regte sich auf

Der jungen Mutter kamen auch ganz verrückte Gedanken, wie sie in den sozialen Medien mit ihren rund 118.000 Followern teilt: „Es gab kurzzeitig eine Phase, wo ich überlegt habe, dem Gegner einfach Milch ins Gesicht zu spritzen.“ Aber eigentlich lief alles so normal, wie sie es nie gedacht hätte. Niemand regte sich darüber auf, dass ein Baby eben gestillt werden muss, wenn es Milch will: „Dass ich im Termin gestillt habe, wurde bei knapp 50 Gerichtsterminen nicht einmal negativ kommentiert. Nicht vom Richter. Nicht vom gegnerischen Anwalt. Nicht vom Mandanten.“ Damit hätte sie nie gerechnet.

Darum ging die Anwältin mit Kind in Prozesse

Allerdings kritisieren ihre Follower auch, dass sie gut drei Wochen nach der Geburt schon wieder im Gericht stand: „Es heißt nicht umsonst Wochenbett und nicht Wochengerichtssaal.“ Dokara erklärt: „Ich bin selbstständige Rechtsanwältin. Mutterschutz? Gibt’s nicht. Elternzeit? Kann ich mir nicht leisten.“ Außerdem hatte ein Mandant ein Problem mit seinem Vermieter und drohte, auf der Straße zu sitzen. Es gab ein Eilverfahren. Die Anwältin: „Das konnte nicht warten.“ Mit Baby ins Gericht war für die Anwältin ein voller Erfolg, obwohl es anstrengend war. Am Ende hat aber eigentlich nur die Anwaltsrobe gelitten: „Die hat jetzt ein paar Milchflecken mehr und ein paar Knöpfe weniger.“