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Berlin/Moskau – Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle äußert sich nun der Kreml – und wartet mit einer Verschwörungstheorie auf! Die russische Botschaft in Berlin behauptet, es handele sich bei dem ernsten Vorfall um eine bloße Inszenierung! Dabei weist die russische Botschaft in Berlin vorsorglich jede Verantwortung zurück – obwohl die Behörden und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU), der wegen der Sprengstoff-Drohne seinen Urlaub unterbrochen hatte, Russland bisher gar nicht öffentlich verdächtigt hatten.

Während Kreml-Propagandisten ganz selbstverständlich Russland hinter dem Drohnen-Anschlag sehen, beklagt die russische Botschaft in einer ersten offiziellen Stellungnahme auf Telegram eine „neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland“. Der Fall diene angeblich den Interessen der Ukraine und ihrer Unterstützer, behauptet er. Wörtlich hieß es: „Es ist offensichtlich, dass diese hastig zusammengeschusterte Provokation ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse dient.“

Die russische Botschaft spottet in ihrem Statement über die „angeblich zufällig“ entdeckte Drohne, die „angeblich ebenfalls rein zufällig“ neben einem ukrainischen Transportflugzeug gefunden wurde. In einer früheren Version der „Telegram“-Botschaft auf Russisch war laut ntv sogar wörtlich von einer „fingierten Provokation“ die Rede. Beweise für die angebliche Inszenierung des Drohnenvorfalls legt Moskau – wie so oft – nicht vor. Der Vorwurf ist nicht neu, sondern notorische Taktik – ähnlich gingen offizielle Stellen unter anderem schon beim Tiergartenmord 2019 oder dem Nowitschok-Anschlag in England 2018 vor.

Auch deutsche Politiker geraten ins Visier. Die Botschaft erklärt: Die größte Gefahr für Deutschland gehe „heute nicht in den vielbeschworenen ‚Hybridangriffen‘ Moskaus, die es gar nicht gibt“ aus. Sondern angeblich von Politikern, „die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg gegen Russland ausarbeiten“.

Experten: Russland für Drohnen-Vorfälle verantwortlich

Seit Russlands Überfall auf die Ukraine tauchen in Deutschland regelmäßig Drohnen über militärischen Einrichtungen und Rüstungsfirmen auf. In der Nacht auf Freitag überflogen mehrere Drohnen einen Bundeswehr-Standort, der Flugabwehr-Raketen wartet. Experten gehen von Russland als Verantwortlichem aus.

Am Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Ein Busfahrer brachte die Drohne zum Absturz. Kurz darauf kollidierte ein startendes Flugzeug mit einer kleineren Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.