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Es wäre ein würdiger Abschied aus der Zeit als Nummer 2 der Welt gewesen! Am Sonntag hätte Alexander Zverev (29) seine letzte Partie, bevor er am Montag die Spitzenposition in der Weltrangliste übernimmt, gegen den Spanier Carlos Alcaraz (23) bestreiten können. Doch der Hamburger verpasst das Finale der Erste Bank Open in Wien, verliert im Halbfinale überraschend gegen den Australier Alex de Minaur (27) 4:6, 6:1, 6:7.

Zverev gegen Alcaraz, einen größeren Kracher gibt es kaum, es wäre ein wahres Traumfinale gewesen. Doch nach einer durchwachsenen Vorstellung gegen die Nummer 10 der Welt reist er ohne seinen 27. Turniersieg zum Masters in Paris, das am Montag beginnt. Zverev: „Ich habe den Tiebreak relativ schlecht angefangen, habe ein paar leichte Fehler gemacht und dann ist er nicht in meine Richtung gelaufen. Das ist halt manchmal so.“

Der French-Open- und US-Open-Gewinner, der Jannik Sinner (25) an der Spitze der Weltrangliste ablöst, ist mit seiner Leistung nur vordergründig unzufrieden. Erst mächtige Anlaufschwierigkeiten im ersten Satz, als de Minaur besser und energischer ist, während der Olympiasieger von 2021 müde wirkt. 4:6 muss er den Durchgang abgeben. Im dritten Satz dann fliegt sogar der Schläger, nachdem er das Spiel zum 2:3 verliert. Von den 10.000 Zuschauern in der Stadthalle erntet er dafür Pfiffe.

Thomalla leidet mit

Nur dazwischen, da klappte bei Zverev alles. Von einer Sekunde auf die andere dreht sich die Partie im zweiten Satz vollkommen in seine Richtung. Phasenweise ist ein Klassenunterschied zu erkennen, auch wenn sich zwei Top-10-Spieler gegenüberstehen. Der zweimalige Weltmeister ist nicht zu bremsen und sorgt mit dem 6:1 dafür, dass die Besucher tatsächlich einen dritten Satz bekommen. Viel Tennis fürs Geld.

Die Leute in Zverevs Box, darunter auch Freundin Sophia Thomalla (37), erleben eine Achterbahn an Gefühlen. Sie fiebern mit, sie leiden. Am Ende überwiegt natürlich die Enttäuschung, denn nach 2:31 Stunden ist die Partie nach einem gutklassigen wie packenden Satz vorbei. Nachdem Zverev kurz vor dem Tiebreak noch eine Verwarnung wegen Zeitspiels erhält, verwandelt de Minaur dann seinen dritten Matchball zum 7:6 und hat nun seinerseits das Finale gegen die frühere Nummer 1 Alcaraz vor der Brust. Nach viereinhalb Monaten Verletzungspause ist der Spanier auf Rang 3 abgerutscht.

Für Zverev geht es nun nach Paris, wo er auf bessere Bedingungen hofft. „Ich fand das Match okay, aber für mich war es dieses Jahr hier schwierig zu spielen. Die Bälle und der Platz sind unfassbar langsam. Damit kommt de Minaur besser zurecht und er war auch besser als ich heute.“