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Berlin – In der AfD tobt ein neuer Streit: Am Sonntag nannte AfD-Chefin Alice Weidel (47) im ZDF-Sommerinterview die Brandmauer das „Undemokratischste, was es gibt“. Nur einen Tag später kritisiert der AfD-Bundestagsabgeordnete Manuel Krauthausen (34): Es gebe eine solche Brandmauer auch innerhalb der AfD, und zwar im größten Landesverband NRW!

Krauthausen schreibt in einem neunseitigen Brief an die AfD-Spitze um Weidel und Tino Chrupalla (liegt BILD vor): Als er 2025 für die AfD NRW in den Bundestag einzog, hätten ihm andere AfD-Abgeordnete aus NRW klargemacht, dass er jetzt zum Lager um Landeschef Martin Vincentz (40) gehöre. Einer von ihnen soll Krauthausen anhand einer Liste erklärt haben: Er dürfe künftig nur in Vincentz-nahen AfD-Verbänden als Redner auftreten. Nicht aber in den Verbänden, die den Vincentz-Rivalen Matthias Helferich (37) unterstützen.

AfD-Mann kritisiert Lagerkampf und Schwarze Kassen

Krauthausen kritisiert diese „internen Brandmauern in NRW“. Er wolle keine Maßstäbe akzeptieren, die die AfD bei anderen Parteien anprangere. Auf BILD-Anfrage reagierte er nicht.

Krauthausen schildert im Brief zwei Vorfälle, die seine Brandmauer-These stützen sollen:

► Im Februar sei er von Vincentz’ Vertrauten bedrängt worden, seinen Büroleiter Thomas Springer (57) zu entlassen, da dieser für das Helferich-Lager warb. An der Tür des Büroleiters habe sogar ein „Verräter“-Schild gehangen. Doch Vincentz sagt zu BILD: „Ich habe Krauthausen nie bedrängt. Ich empfahl ihm nur, dass sich sein Büroleiter politisch zurückhält.“

► Im Juni habe sich Krauthausen auf Drängen von Vincentz’ Vertrautem Stefan Keuter (54) entschuldigen müssen, da er auf Instagram mit Helferich posierte. Keuter, Vize-Fraktionschef der AfD im Bundestag, weist dies in BILD zurück: „Das hat sich so nicht zugetragen.“

Krauthausen wirft Landeschef Vincentz außerdem vor, an einem „Schwarze Kasse“-System beteiligt zu sein: Demnach erklärte ihm Vincentz 2025, er solle 35 Prozent seines monatlichen Mitarbeiterbudgets (rund 9500 Euro) der Partei zur Verfügung stellen. Damit würden Arbeitsplätze („ein Auffangnetz“) für ausgeschiedene Amts- und Mandatsträger finanziert. Doch Vincentz sagt: „Das ist Unsinn! Es ging nie um eine verbindliche Regelung.“

Krauthausen behauptet sogar: Er kenne zwei AfD-Bundestagsabgeordnete aus NRW, die sich an der 35-Prozent-Regelung beteiligen – obwohl sie Mitte August in einer Stellungnahme von 14 Bundestagsabgeordneten erklärten, dass es die Regelung nicht gibt.

Wer sagt die Wahrheit? Dies soll eine Kommission der AfD-Spitze klären.