Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat öffentlich um Entschuldigung für ihren Kontakt mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gebeten. „Ich möchte mich zutiefst für meine Freundschaft mit Jeffrey Epstein entschuldigen“, wird sie in einer schriftlichen Stellungnahme des Königshauses zitiert. Ihr sei wichtig, allen Entschuldigung zu sagen, die sie enttäuscht habe. „Teile des Inhalts der Nachrichten zwischen Epstein und mir
repräsentieren nicht den Menschen, der ich gerne sein möchte“, sagte
Mette-Marit laut der Mitteilung. Zudem bedaure sie die Situation, in die sie das Königshaus und insbesondere König Harald V. und Königin Sonja gebracht habe.
Der Königshof schrieb in der Mitteilung, man verstehe die „starken Reaktionen auf das, was in den vergangenen Tagen bekannt geworden ist“. Mette-Marit distanziere sich entschieden von Epsteins Übergriffen und kriminellen Handlungen. Sie bedaure sehr, nicht früher erkannt zu haben, was für ein Mensch Epstein gewesen sei.
„Die Kronprinzessin möchte über das Geschehene berichten und sich ausführlicher dazu äußern“, hieß es in der Mitteilung weiter. Allerdings sei sie dazu aktuell nicht in der Lage, da sie sich „in einer sehr schwierigen Situation“ befinde. „Sie bittet um Verständnis dafür, dass sie Zeit braucht, um sich zu sammeln.“
Vergewaltigungsprozess gegen Mette-Marits ältesten Sohn
In den Ermittlungsakten zum Fall Epstein taucht der Name der Kronprinzessin Hunderte Male auf. Die beiden sollen über Jahre Kontakt gehabt und sich über viele private Dinge ausgetauscht haben. Durch die Veröffentlichung der Dokumente wurde unter anderem bekannt, dass sich Mette-Marit 2013 ein Anwesen von Epstein in Florida geliehen hatte. Auch nachdem Epstein bereits zum ersten Mal verurteilt worden war, soll die 52-Jährige weiter Kontakt zu dem Sexualstraftäter gehalten haben. Das sorgte in Norwegen und darüber hinaus für Kritik.
Die vom Königshaus benannte „schwierige Situation“ dürfte auch den Prozess gegen Mette-Marits ältesten Sohn Marius Borg Høiby meinen. Der 29-Jährige muss sich seit dieser Woche wegen insgesamt 38 Anklagepunkten vor Gericht verantworten – darunter mehrere Vergewaltigungen, häusliche Gewalt, Körperverletzung, Drogenmissbrauch sowie Verkehrsdelikte. Høiby bestreitet die Vorwürfe der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs.
