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Paris (Frankreich) – Leise ist er gegangen und hinterlässt eine Lücke, die kaum zu füllen ist: Mario Adorf (†95) ist tot. Deutschlands große Schauspiel-Legende starb am 8. April nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris. Im engsten Kreis ist er eingeschlafen. Der Abschied eines Mannes, der das Leben liebte und eine Frau ganz besonders. Sein größtes Glück: Monique Faye. Bis zuletzt wich sie nicht von seiner Seite. Sie war da, als er ging. Seine Vertraute, seine Begleiterin, sein Lebensmensch über Jahrzehnte hinweg.

Brigitte Bardot verkuppelte Adorf

Die Liebesgeschichte begann wie im Film! 1968 in Spanien, zwischen Dreharbeiten, flirrender Sonne und mithilfe einer Film-Ikone: Brigitte Bardot (†91). Über sie begegnen sich Mario Adorf und Monique zum ersten Mal. Sie, die elegante Französin und enge Vertraute des Weltstars. Jahre später erinnerte sich Adorf in seinem letzten großen BILD-Interview an diesen besonderen Anfang seiner Lebensliebe: „Das eigentliche Kennenlernen fand dann ein paar Monate später in Rom statt.“

Adorf weiter: „Die Bardot drehte dort, Monique begleitete sie. Sie rief mich an, ob wir uns abends treffen wollten. Die Bardot hatte sich an mich erinnert, weil ich in Spanien so großzügig war und für alle Champagner ausgab. Die meisten anderen Schauspieler waren geizig.“ In Rom „funkte“ es zwischen Monique und Mario. Adorf: „Siebzehn Jahre war es ein Hin und Her mit uns. Ein langes Ausprobieren.“

Wilde Liebe vor der Ehe

Im Laufe der Jahre gab es Versuchungen, doch nichts, was ihre Beziehung ernsthaft infrage gestellt hätte. Vieles hätten sie bereits vor der Ehe offen und ohne Zwänge gelebt. Der Schauspieler: „Dann heirateten wir und waren nie mehr getrennt. Monique begleitete mich zu allen Dreharbeiten.“

Sein Blick auf Frauen veränderte sich

Monique, immer an seiner Seite. Durch Länder, durch Jahrzehnte. Durch ein ganzes Leben. Es ist genau dieses gemeinsame Leben, das ihn verändert. Adorf wird mit den Jahren leiser. Nachdenklicher. Ehrlicher. In seinem späten Rückblick auf die Liebe, in seinem Buch „Zugabe“ (2019), beschreibt er, wie sich sein Blick auf Frauen gewandelt hat: Anfangs ging es ihm um Schönheit und Eroberung. Doch später stellte er sich tiefere Fragen: Was treibt Frauen wirklich an? Was steckt hinter der Oberfläche?

Aus dem jungen, impulsiven Mann wurde einer, der verstehen wollte, nicht nur sehen. Und am Ende blieb vor allem eines: seine große Liebe zu Monique.