Leipzig – Maik R. wollte an seinem 37. Geburtstag seine Ex-Freundin sprechen – aber dann drehte er durch, griff er zur Axt.
Seit Mittwoch steht der gelernte Maler u. a. wegen des Mordversuchs an seiner ehemaligen Geliebten Heike P. vor dem Landgericht in Leipzig. Was sich am Tattag, dem 19. März dieses Jahres, an der Tür zur Wohnung in der Spittastraße abspielte, schilderte Staatsanwalt Moritz Diekmann: „Er wollte mit Heike P. über die gemeinsame Beziehung sprechen. Darauf hatte er seiner Ansicht nach Anspruch wegen seines Geburtstags.“
Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung: Seine Ex-Freundin rief ihm durch die geschlossene Wohnungstür zu, dass er verschwinden solle. Da rastete Maik R. aus.
Axt verfehlt Schädeldecke um Millimeter
Laut Anklage soll er eine Langaxt vom Dachboden geholt und auf die Wohnungstür eingeschlagen haben – eine Szene wie im Horrorfilm „Shining“. Drinnen stemmte sich Heike P. gemeinsam mit einem Freund unter Todesangst gegen die Tür. „Ich bringe dich um!“, habe der eifersüchtige Maler lautstark gedroht.
Mit mindestens einem Hieb durch einen Spalt traf R. dann Heike P., fügte ihr eine tiefe Schnittwunde an Ohr und Nacken zu. Um ein Haar hätte die Schneide die Schädeldecke der Frau getroffen. Erst als sich Heike P. blutend ins Bad geflüchtet hatte, konnte ihr Freund den Angreifer in die Flucht schlagen. „Er führte 20 Axthiebe“, so der Staatsanwalt.
Eifersucht, Stalking, Gewalt
Der Mordversuch war der traurige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Übergriffen: Seit sich Heike P. von Maik R. getrennt hatte, war der schon mehrfach drohend vor ihrer Wohnung aufgetaucht. U. a. war die Polizei bereits am 12. und 14. März im Einsatz, weil R. die Tür seiner Ex eingeschlagen hatte. Auch eine Körperverletzung gegen einen vermeintlichen Nebenbuhler soll laut Anklage auf sein Konto gehen.
In der Nacht zum 22. März soll der drogenabhängige Mann zudem die Medienwerkstatt des Soziokulturellen Zentrums „Die Villa“ in Leipzig ausgeräumt haben. Damals verschwanden u. a. Laptops, Camcorder und Handys. Der Schaden wird auf 5300 Euro beziffert. Maik R. kündigte eine Aussage zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens an.
Der Prozess wird fortgesetzt.