Dresden – Immobilien-Makler Thomas B. (41) fühlte sich unterbezahlt und ungerecht behandelt. Kurzerhand plünderte er das Firmenkonto, überwies sich 126 Mal Geld. Insgesamt: 281 286 Euro. Jetzt stand der gelernte Bürokaufmann wegen Untreue vor dem Amtsgericht.

Reue sieht anders aus. Vor Gericht beklagte sich Thomas B. über seine miese Bezahlung, lobte sich selbst über den grünen Klee: „Ich habe für eine große Immobilienfirma 3200 Wohnungen verwaltet, jeden Tag zwölf bis 14 Stunden gearbeitet. Ich habe nur 2200 Euro netto verdient. Als die Buchhalterin entlassen wurde, musste ich deren Job auch noch machen.“

„Ich habe mir nur geholt, was mir zustand“

Nach der Schilderung des Angeklagten wäre er der Beste in seinem Job gewesen, die Kunden hätten nur ihn als Verwalter gewollt. Als Thomas B. dann eine jüngere Kollegin als Vorgesetzte bekam, habe er sich nur das geholt, was ihm zustand.

Der Hausverwalter fing 2018 an, Handwerkerrechnungen zu fälschen, das Geld auf sein Konto zu transferieren. Über fünf Jahre wurden die Überweisungen immer mehr, bis die Sache auffiel. Da hatte er bereits knapp 220.000 Euro veruntreut. „Ich litt wohl an Selbstüberschätzung“, räumt Thomas B. zähneknirschend ein.

Die Beute floss in seine Autosammlung

Das Geld steckte Thomas B. in sein Hobby, er sammelt alte Autos, vornehmlich Volkswagen mit V8 Motoren, hatte extra eine Halle angemietet, die allerdings unter mysteriösen Umständen abgebrannt sei.

Vor dem Amtsgericht Dresden ließ er sich auf einen Deal ein, Geständnis gegen Bewährung. So kam der Hausverwalter mit 22 Monaten Haft auf Bewährung davon. Thomas B. arbeitet auch heute bei einer Immobilienfirma, an die Konten kommt er aber nicht mehr: „Ich habe nur organisatorische Aufgaben und spare jetzt, um meine Schulden irgendwann zurückzuzahlen“, sagt B.