TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – In ihrer unheimlichen (und unheimlich erfolgreichen) Serie „Oderbruch“ spielt sie – Achtung, Spoiler! – eine Vampirin. Im echten Leben bezeichnet sie sich immer wieder als Maulwurf. Karoline Schuch steht seit über 25 Jahren vor der Kamera. Ende des Jahres tritt sie im Kieler „Tatort“ die Nachfolge von Axel Milberg (69) an.

Die erste Staffel ihrer Serie „Oderbruch“ wurde in der ARD-Mediathek 13 Mio. Mal abgerufen. Gerade ist die zweite Staffel angelaufen. Ende 2026 feiert sie ihre „Tatort“-Premiere an der Seite von Almila Bagriacik (35). Doch trotz aller Erfolge nimmt sie sich bewusst immer wieder Auszeiten – für sich selbst und ihre Familie.

Karoline Schuch nimmt sich immer wieder Auszeiten

„Ich nenne das meine Maulwurfzeit“, sagt Karoline Schuch (44) zu BILD und lacht. „Ich grabe mich regelrecht ein. Und gucke auch nicht raus. Oder wann haben Sie zuletzt einen Maulwurf gesehen?“ Stimmt. Man sieht meistens nur die Hügel. „Es gibt dann nur meine Familie und mich. Ich lösche in diesen Phasen beispielsweise auch immer wieder mein Instagram. Das ist wie ein Selbstkontrollmechanismus. Ich bin in diesen Phasen einfach schlecht darin, zu senden. Deshalb dauert meine Maulwurfzeit auch jedes Mal so lange, wie sie eben dauert.“

Teilweise waren diese Phasen ein Jahr lang. Sie kann sich diese Auszeiten erlauben – weil sie will. Und ihr Leben umgestellt hat: Karoline Schuch ist mit ihren schulpflichtigen Kindern und ihrem Partner von Berlin aufs Land nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen. „Ich wollte nicht, dass meine Kinder in der Großstadt aufwachsen.“ Warum nicht? „Ich konnte mir das einfach nicht vorstellen. Auf dem Land lernt man zum Beispiel, mit Langeweile umzugehen. Am See, im Wald. Und das Gute ist ja: Wenn wir unbedingt das richtig gute Brot oder den besonderen Kaffee wollen, sind wir nur eine Zugstunde von Berlin entfernt.“

Tatort-Star über Kinder und Karriere

Karoline Schuch wird oft als Beispiel dafür genannt, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Sie selbst schätzt es nicht so, als Beispiel oder gar Vorbild zu dienen. „Ich habe von einer berufstätigen Mutter vorgelebt bekommen, dass sich Kinder und Karriere nicht ausschließen. Sie hat viel und hart gearbeitet und ist sehr in ihrem Beruf aufgegangen. Es kam für mich also nie infrage, mich in einer Beziehung in eine Abhängigkeit zu begeben. Ich wollte immer mein eigenes Geld verdienen und habe auch alles darangesetzt, dass das passiert. Drei Tage nach dem Abitur habe ich mein eigenes Geld verdient. Und das ist – toi, toi, toi – bis heute so geblieben.“

Und weiter: „Aber ich bin immer noch irritiert, wenn man mich fragt, wie ich die drei K’s – Kinder, Küche und Karriere – unter einen Hut bekommen. Es muss endlich aufhören, dass man uns Frauen diese Frage stellt. Spannender fände ich, wie Männer sie beantworten würden. Ich habe sicher auch manchmal immer noch diese sogenannten Mum-Guilt-Issues, also das Gefühl, als Mutter zu oft nicht da zu sein. Aber diese Gefühle verbiete ich mir dann, wenn sie kommen. Denn wichtig ist auch, dass meine Kinder sehen, dass ich glücklich bin, mit dem, was ich tue.“

Karoline Schuch kennt Benachteiligung

Fühlte sich Karoline Schuch als Frau in ihrem Beruf jemals Männern gegenüber benachteiligt? „Ja, oft. Allein die Rollen, die mir vor zehn, fünfzehn Jahren angeboten wurden, waren vor allem die Freundin von oder das Mäuschen, das im Leben des Hauptdarstellers mal hier und da hübsch vorbeischaut. Große Kinofilme waren vor allem männlich besetzt – und die Frauen mussten vor allem schön sein. Das hat sich natürlich geändert, aber eine wirkliche 180-Grad-Wendung gab es auch nicht. Das ist schon frustrierend manchmal.“

Nochmal zurück zum Thema Vampirismus: Was ist für uns Menschen heute das, was für die Vampire das Blut ist? „Spontan würde ich sagen, diese verdammten sozialen Medien. Es ist ja so, dass die Menschen sich auch deswegen immer ausgelaugter und ungenügender fühlen. Aber leider weiß ich keine richtige Lösung dafür.“