Einen „kurzweiligen Film für Männer zwischen fünfzehn und fünfundvierzig“ nannte ihn die „Frankfurter Allgemeine“. Ich würde „Bang Boom Bang“ kürzer beschreiben. Mit dem ersten Satz, der in Peter Thorwarths (53) Meisterwerk gesprochen wird, noch bevor überhaupt ein Bild zu sehen ist:

IS. DER. GEIL.

25 Jahre ist der Film schon alt. Seit 25 Jahren zeigt ihn das UCI-Kino in Bochum an jedem verdammten Freitag. Jetzt, zum Jubiläum, in allen 14 Sälen zugleich. 1309. Spielwoche! 2300 Karten sind weg. Die Stars von einst kommen am Abend vorbei.

Alles auf Horst!

Warum ist das so? Schwierige Frage. Warum ist die Mona Lisa ein Meisterwerk? Warum „Strawberry Fields“? Weil alles stimmt, alles passt. Wie in „Bang Boom Bang.“

Die Dialoge etwa, die im Ruhrpott längst Sprachgebrauch sind. Ständig ist jemand „was am planen dran.“ Ständig setzt jemand „alles auf Horst.“ Alle fragen sich, „wat in den sein Hundehirn vor sich geht.“

Dann die Figuren, von denen jede einen eigenen Film verdient hätte. Schlucke, der Kauz. Kalle Grabowski, der Knacki. Werner Kampmann, der Spediteur. Mit Leben gefüllt von Schauspielern, die im echten Leben genauso bekloppt sind wie im Film.

Tot im Kofferraum

Als spielten sie sich selbst: Ralf Richter (67), der aus dem Knast ausbricht, wurde bei der Premiere festgenommen. Martin Semmelrogge (68), der tot in einem Kofferraum endet, fuhr ständig ohne Führerschein herum. Trifft man Willi Thomczyk (70) in freier Wildbahn, dann schimpft er immer noch auf alles und jeden, als hätte gerade jemand einen geklauten Tresor („Treeesor“) vor seine Tankstelle geschleppt.

Als hätten sie nie aufgehört zu spielen.

Ganz viel Liebe für den Ruhrpott

Klar, Bang Boom Bang ist ein Ruhrpott-Film. Eine Liebeserklärung ans Revier, an Kleingangster und Großkotze, wie sie nur zwischen Unna und Duisburg gedeihen. Was nicht heißt, dass der Film nur im Ruhrpott funktioniert. Ganz Deutschland hat Schimanski geliebt. Weil er war wie Thorwarths Charaktere: kernig, herzlich, ehrlich. Um es mit Werner Kampmann zu sagen, der letzten und vielleicht besten Rolle des viel zu früh verstorbenen Diether Krebs: „Kein Hans-guck-in-die Luft“, immer „bissken realistisch“ (Betonung auf der ersten Silbe!).

Bang Boom Bang, das sind seit 25 Jahren: 104 Minuten Hardcore, echte Gefühle.