Dresden – Mit seiner widerlichen Masche gelangte Marco K. (33) an Nacktfotos und -videos von mindestens 18 Kindern! Dabei nutzte er den Suchtfaktor von Online-Spielen wie „League of Legends“ und „Clash of Clans“ hinterhältig aus. Jetzt wurde er vom Landgericht Dresden zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt.

Versteckt unter einer Kapuze und einer Atemmaske wurde Marco K. am Dienstag in den Gerichtssaal geführt. Der Kinderschänder versuchte mit allen Mitteln, dass man ihn nicht erkennt. Unfassbar: Schon im Alter von 20 Jahren war er durch sexuellen Missbrauch straffällig geworden.

Damals hatte der System-Informatiker zwei Jahre Haft auf Bewährung bekommen. Eine Therapie half nicht, 2022 folgten erneut zwei Jahre Haft wegen weiterer Taten. Die Strafe sitzt Marco K. noch immer ab. Doch damit nicht genug: Jetzt sind erneut 80 Taten von Missbrauch angeklagt.

Seine 18 Opfer waren zwischen 10 und 13 Jahre alt. Die Eltern eines Jungen brachten den Fall ins Rollen, als sie ihren Sohn halb nackt vor dem Computer fanden. Die Masche von Marco K.: Über den bei Computerspielern beliebten Internet-Kanal „Discord“ nahm er Kontakt, gab sich als Freund aus.

Oberstaatsanwältin Ulrike Markus (58): „Er bot ihnen Spiele-Guthaben an, forderte im Gegenzug Nacktbilder der Kinder und Masturbation-Videos. Wenn die Opfer den Kontakt abbrechen wollten, drohte er damit, sich etwas anzutun.“ Bei einer Hausdurchsuchung im Juli 2022 fand die Polizei Ordner, mit Fotos und Videos seiner Opfer. Nur eine Handvoll konnte identifiziert werden.

„Die Anklage beruht auf ein Gutachten und betrifft nur die Opfer, die eindeutig unter 14 Jahren sind. Es gab aber auch weitere Dateien, die vermutlich jugendliche Opfer betreffen“, so die Staatsanwältin. Trotz der Razzia machte Marco K. einfach weiter, bei einer erneuten Hausdurchsuchung ein halbes Jahr später, hatte er wieder Kontakt zu Kindern aufgenommen und hunderte Fotos und Videos aus dem Netz heruntergeladen.

Der Vorsitzende Richter mahnte am Dienstag: „Sie standen unter Bewährung, erst jetzt hat es bei Ihnen Klick gemacht. Wenn Sie so weiter machen, landen Sie in der Sicherungsverwahrung.“