Die außergerichtliche Einigung zwischen Tennis-Star Jannik Sinner (23) und der Welt-Antidopingagentur sorgt weiter für Wirbel. Jetzt äußerte sich auch Alexander Zverev (27).

Drei Monate darf Sinner keine Turniere spielen, nachdem er im März 2024 beim Masters in Indian Wells zweimal positiv auf das anabole Steroid Clostebol getestet wurde. Bedeutet: Bei den French Open, die am 25. Mai in Paris beginnen, ist der Italiener wieder dabei.

Bei Zverev stößt die kurze Sperre für den Italiener auf Verwunderung. Für ihn gehe es darum zu entscheiden, ob es Sinners Fehler gewesen sei oder nicht, sagte der Weltranglisten-Zweite aus Hamburg dem Tennis-Portal „Clay“ beim ATP-Turnier in Rio de Janeiro.

Zverev kritisiert: „Entweder man hat sich nichts zuschulden kommen lassen, dann sollte man überhaupt nicht gesperrt werden. Denn wenn du keine Schuld hast, dann hast du keine Schuld. Du solltest nicht bestraft werden. Aber wenn man sich doch etwas zuschulden kommen lässt, dann denke ich, dass drei Monate für die Einnahme von Steroiden keine Sperre sind.“ Die Situation und den ganzen Prozess seit dem letzten Jahr bezeichnete Zverev als „seltsam“.

Kritik gab es bereits zuvor von anderen Tennis-Stars.

Der Australier Nick Kyrgios (29) erklärte: „Offensichtlich hat das Sinner-Team alles in seiner Macht Stehende getan, um einfach eine Sperre von drei Monaten hinzunehmen, ohne Titel und Preisgeld zu verlieren. Schuldig, oder nicht? Ein trauriger Tag für den Tennissport. Fairness gibt es im Tennis nicht.“

Der Schweizer Grand-Slam-Turniersieger Stan Wawrinka (39) postete bei X: „Ich glaube nicht mehr an einen sauberen Sport.“

Sinner war im März 2024 positiv getestet worden. Der Südtiroler hatte angegeben, dass das verbotene Mittel Clostebol bei einer Massage über die Hände eines Betreuers in seinen Körper gelangt sei. Die verantwortliche Tennis-Agentur Itia sah kein vorsätzliches Verschulden und keine Fahrlässigkeit und verzichtete auf eine Sperre. Dagegen ging die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada vor.

Am Samstag war bekanntgeworden, dass sich Sinner mit der Wada auf eine dreimonatige Sperre geeinigt hatte. Bis zum 4. Mai darf der Weltranglisten-Erste keine Turniere spielen – rechtzeitig vor den French Open, die am 25. Mai in Paris beginnen, endet die Sperre. Durch die Einigung zog die Wada ihren Einspruch vor dem Sportschiedsgericht Cas zurück.