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Größter Flugzeugträger der USA erreicht Israel

Das US-Kriegsschiff USS Gerald Ford hat nach einem Zwischenstopp vor der griechischen Insel Kreta die nordisraelische Küste erreicht. Das berichten die israelische Zeitung und der israelische Sender Keshet 12. Auch die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte ein Video, das den größten Flugzeugträger der Welt beim Kurs auf die Stadt Haifa zeigte. US-Präsident Donald Trump hatte wegen des Konflikts mit dem Iran die Verlegung des Flugzeugträgers angeordnet. Weiteres schweres Kriegsgerät, darunter Hunderte US-Kampfjets und ein weiterer Flugzeugträger, die USS Abraham Lincoln, befinden sich bereits in der Region. 

Trump droht dem Iran seit Wochen mit einem Angriff, sollte die Führung in Teheran einem neuen Atomabkommen nicht zustimmen. Zuletzt hatte der US-Präsident dafür eine Frist bis Anfang März genannt.

Atomgespräche in Genf bisher ohne Durchbruch

Am Donnerstag war die jüngste Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran um ein solches Abkommen ohne Ergebnis beendet worden. Die omanischen Vermittler äußerten sich zwar zuversichtlich, dass eine Einigung noch gelingen könne, auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi sprach von Fortschritten und kündigte eine Fortsetzung der Gespräche in der kommenden Woche an. Dagegen berichtete das US-Nachrichtenportal Axios, die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff seien enttäuscht vom Verlauf der Gespräche. Offiziell äußerten sich die US-Vertreter nicht.

Für Streit in den indirekten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sorgt unter anderem die US-Forderung nach einem Verbot für die Urananreicherung im Iran. Das iranische Regime beharrt auf dem Recht, die Urananreicherung zu friedlichen Zwecken fortzusetzen. Darüber hinaus lehnt der Iran es ab, sein Raketenprogramm in eine Vereinbarung mit den USA einzubeziehen, wie Trump es fordert. Araghtschi forderte die USA zuletzt auf, auf „übertriebene Forderungen“ zu verzichten.

Trump hatte in seiner ersten Amtszeit das internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt. Seither hat der Iran sein Atomprogramm weiter ausgebaut. Zwar gibt die Führung in Teheran an, seit Monaten kein Uran mehr anzureichern. Dies lässt sich nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) allerdings nicht verifizieren.

Angesichts der Verschärfung des Konflikts riefen weitere Länder ihre Bürgerinnen und Bürger auf, den Iran zu verlassen. Zuletzt gab Großbritannien bekannt, sein diplomatisches Personal aus dem Iran vorübergehend abgezogen zu haben. Unterdessen riet die US-Botschaft in Israel allen US-Bürgern, eine Ausreise aus dem Land in Betracht zu ziehen, solange kommerzielle Flüge noch verfügbar seien. Teilen des Botschaftspersonals und dessen Familien gestattete das US-Außenministerium zudem die Ausreise aus Israel. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich der Konflikt bei einem Angriff der USA auf den Iran auch auf dessen Erzfeind Israel ausweiten würde. 

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