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FBI ermittelt nach tödlichen Schüssen an Uni wegen Terrorakt

Die US-Bundespolizei
FBI ermittelt nach tödlichen Schüssen an einer Universität in Virginia wegen eines
mutmaßlichen Terrorakts. Ein bewaffneter Mann hatte nach Polizeiangaben am
Donnerstagmorgen an der Old Dominion Universität in Norfolk einen Menschen
getötet und zwei weitere verletzt. Auch der Angreifer kam ums Leben.

Laut FBI gibt es eine frühere Verbindung des mutmaßlichen Schützen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der Mann saß demnach bereits von 2017 bis 2024 im Gefängnis. Er hatte sich laut FBI im Jahr 2016 schuldig bekannt, versucht zu haben, die Terrormiliz materiell zu unterstützen.

Bei dem Angriff in der Wirtschaftsfakultät der Uni im Bundesstaat Virginia, an der 25.000 Menschen studieren, habe der Mann „Allahu Akbar“ auf Arabisch gerufen (übersetzt in etwa: „Gott ist groß“), teilte das FBI weiter mit. Eine „Gruppe mutiger Studenten“ habe den Schützen überwältigt, nachdem dieser das Feuer eröffnet hatte, teilte FBI-Chef Kash Patel auf der Plattform X mit. Studierende des Trainingskorps der Reservistenoffiziere der US-Armee an der Hochschule hätten den Angreifer niedergerungen und getötet, bestätigte eine FBI-Ermittlerin bei einer Pressekonferenz. Minuten später seien Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Hinter der Tat könnten auch persönliche Motive stecken. Zwei der Niedergeschossenen hatten an der Hochschule ein Programm zur Ausbildung von Reserveoffizieren absolviert. Der mutmaßliche Täter soll ein früheres Mitglied der Nationalgarde gewesen sein.

Gefahr durch terroristische Anschläge

In den USA
ist wegen des Irankriegs die Sicherheitslage angespannt. Rekrutierungsaufrufe von terroristischen Organisationen wie dem IS, Al-Kaida und proiranischen Gruppen haben seit dem Beginn des Krieges im Iran zugenommen, berichtete der US-Sender CBS unter Berufung auf Polizeiquellen. Am Samstag hatten zwei Jugendliche in New York versucht, einen Anschlag mit selbst gebauten Sprengsätzen zu verüben. Ihnen wird die Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen.

Auch der Angriff auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Michigan am Donnerstag wird vom FBI als Terrorakt untersucht. Ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann war mit einem Auto in das jüdische Gotteshaus in West Bloomfield außerhalb von Detroit gerast. Er wurde vom Sicherheitsdienst der Synagoge erschossen, wie die Nachrichtenagentur AP aus Ermittlerkreisen erfuhr. Das Fahrzeug sei in Brand geraten. Verletzt worden sei niemand.

Der frühere US-Botschafter in Israel, Tom Nides, stellte eine Verbindung antisemitischer Gewalttaten zum Krieg im Iran her. Dem Sender Fox News sagt er: „Wir wissen, dass wir uns gerade deshalb in dieser veränderten Situation befinden, weil im Iran ein Krieg stattfindet und die Vereinigten Staaten und Israel auf einer Seite stehen.“

Berichten des US-Senders ABC zufolge hatten US-Dienste nach der Tötung des geistlichen Führers des Iran, Ali Chamenei, verschlüsselte Nachrichten abgefangen, die vermutlich aus dem Iran kamen und ein Aufruf zur Aktivierung von sogenannten Schläfern gewesen sein könnten. Die US-Regierung habe daraufhin Strafverfolgungsbehörden im ganzen Land auf die mögliche Bedrohung aufmerksam gemacht.

Bereits Ende Februar hatte das FBI Polizeibehörden in Kalifornien vor einem möglichen Drohnenangriff durch den Iran gewarnt. Der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats, Gavin Newsom, sagte am Donnerstag jedoch, es gebe keine unmittelbare Bedrohung für Kalifornien. 

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