Der vor zwei Jahren in russischer Haft gestorbene Alexej Nawalny ist Analysen zufolge mit einem starken Nervengift getötet worden. Das geht aus einer Erklärung mehrerer europäischer Staaten, darunter Deutschland, hervor. Es seien Nachweise für eine Vergiftung durch ein „seltenes Toxin“ gefunden worden. Die Analyse von Proben Nawalnys habe „das
Vorhandensein von Epibatidin eindeutig bestätigt“, das in
Pfeilgiftfröschen in Südamerika vorkommt, gaben die Außenministerien
Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Schwedens und der
Niederlande gemeinsam bekannt.
Alexej Nawalny war einer der bekanntesten russischen Oppositionspolitiker und galt als Gesicht der Anti-Korruptionsbewegung gegen das System von Wladimir Putin. Er war ausgebildeter Jurist und gründete 2011 die Stiftung für Korruptionsbekämpfung (FBK), die Korruption hochrangiger russischer Funktionäre recherchierte und öffentlich machte. 2020 wurde Nawalny schon einmal vergiftet, überlebte und wurde zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht.
Nach seiner Rückkehr nach Russland aus Deutschland wurde er im Jahr 2021 festgenommen und wegen diverser Vorwürfe wie Betrug oder Extremismus zu mehr als 30 Jahren Haft verurteilt. Er hatte die Anschuldigungen stets bestritten und als politisch motiviert bezeichnet.
Nawalny starb mit 47 Jahren am 16. Februar 2024 in dem russischen Straflager Polarwolf. Unter harten Bedingungen wurde Nawalny in dem arktischen Lager festgehalten. Russische Behörden behaupteten, er sei er nach einem Hofgang plötzlich gestorben. Seine Familie und sein engster Kreis an Mitstreitern erhielten zunächst keine belastbaren Informationen zu den Umständen seines Todes. Zudem warf Nawalnys Witwe Julija Nawalnaja den Behörden vor, den Leichnam zurückzuhalten.
