US-Präsident
Donald Trump hat eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon
bis Mitte Mai bekannt gegeben. »Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon
wird um drei Wochen verlängert«, teilte Trump auf seinem Onlinedienst mit.
Zuvor hatte er Vertreter beider Länder im Weißen Haus empfangen.
Ursprünglich war
die Feuerpause auf zehn Tage angesetzt; sie wäre ohne Verlängerung am Sonntag
ausgelaufen. Allerdings ist die Waffenruhe brüchig. Am Donnerstag meldete das
libanesische Gesundheitsministerium drei Tote und zwei Verletzte nach israelischen
Angriffen auf den Südlibanon. Reporter berichten von ganzen Dörfern im Libanon, die von israelischen Soldaten abgerissen wurden.
Die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon feuerte
im Gegenzug Raketen auf den Norden Israels – »als Reaktion auf die Verletzung
der Waffenruhe« durch Israel, teilte die Gruppe in einer Stellungnahme mit.
Die Hisbollah
äußerte sich zunächst nicht zu Trumps Ankündigung einer verlängerten Waffenruhe.
Sie hatte bereits nach Verkündung der ersten Waffenruhe offengehalten, ob sie
sich daran halten werde.
»Die Vereinigten
Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich
vor der Hisbollah zu schützen«, schrieb Trump. Zudem werde er in naher Zukunft
den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen
Präsidenten Joseph Aoun empfangen.
Erstmals sprechen Libanon und Israel wieder miteinander
Das Treffen im
Weißen Haus bezeichnete Trump als historisch. Es ist neu, dass der Libanon und
Israel direkt miteinander sprechen. Bereits in der vergangenen Woche hatte es
in Washington, D. C. direkte Verhandlungen auf Botschafterebene zwischen Israel und
dem Libanon gegeben – zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Die Hisbollah-Miliz und Israel lehnen dagegen direkte Gespräche miteinander ab.
Auch das jüngste
Treffen im Weißen Haus fand zwischen den Botschaftern beider Länder statt. Laut
Trump nahmen weitere ranghohe Vertreter beider Länder teil, ebenso sein
Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio sowie die
US-Botschafter in Israel und im Libanon.
Israel strebt
nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes
Friedensabkommen mit dem Libanon an sowie eine Entwaffnung der Hisbollah. Die
Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben. Die libanesische
Regierung hat bereits den Druck auf die militante Gruppe erhöht und will ihren
Einfluss im Land eindämmen.
Der Libanon will eine
dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden
des Landes erreichen. Israels Truppen haben den Süden seit anderthalb Jahren besetzt
– bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes
Friedensabkommen ist deshalb fraglich.
