Rund 10,5 Millionen Menschen leben in deutschen Mittelstädten mit stattlichen Einwohnerzahlen. Trotzdem müssen sie bisher mit dem Kfz-Kennzeichen einer fremden Stadt durch die Gegend fahren. Dabei ist das eigene, in Blech gepresste Buchstabenkürzel der Heimatstadt, für viele Autobesitzer ein Herzensthema!

Das könnte bald möglich sein: 320 Städte zwischen 20 000 und 100 000 Einwohnern eignen sich für ein eigenes Buchstabenkürzel. Den Städten entstehen keine Kosten, interessierte Autofahrer drücken nur ein paar Euro für neue Schilder und die Zulassungsstelle ab. Wer kein neues Schild will, fährt einfach mit dem alten weiter und zahlt keinen Cent. Nötig wäre lediglich eine klitzekleine Gesetzesänderung – dazu unten mehr.

BILD weiß von vielen Bürgermeistern, die sich ein eigenes Kennzeichen für ihren Ort wünschen. Hier sagen 14 von ihnen davon warum:

Diese Bürgermeister fordern neue Kennzeichen

Ist auch Ihre Stadt dabei?

Haben auch Sie und Ihr Wohnort die Chance auf ein neues Nummernschild? Hier die Liste aller 320 geeigneten Städte und das Buchstabenkürzel für das neue Kennzeichen.

Fünf Millionen Autofahrer fahren bereits mit Wunschkennzeichen

Bochert zu BILD: „328 zusätzliche Kfz-Kennzeichen gibt es seit 2012 auf den deutschen Straßen. Rund fünf Millionen Fahrzeuge fahren mit den ‚Altkennzeichen‘, fünf Millionen Menschen wurden ein Stück glücklicher gemacht und die Außenwirkung der Städte verstärkt. Komplett ohne finanziellen Aufwand für die Kommunen!“

Durch diesen Beschluss habe sich aber auch eine Schieflage verstärkt: Weil 320 deutsche Städte und Gemeinden über 20 000 Einwohner („Mittelstadt“), die nie Kreisstadt waren oder sind, kein solches Symbol haben.

„Es ist ein kleines, aber nettes Thema, natürlich haben die Kommunen größere Sorgen. Aber hier geht es ausnahmsweise mal ums Herz, um Identifikation und Heimat, ohne dass Kosten entstehen“, so der Professor für Volkswirtschaftslehre und Destinationsmanagement.

Bundesländer müssen Gesetzesänderung beantragen

Was muss passieren, damit die neuen Kennzeichen erlaubt werden? „Um für die Städte ein eigenes Buchstabenkürzel einzuführen, müsste die Fahrzeugzulassungs-Verordnung (FZV) geändert werden. Eine solche Änderung müsste durch eines der Bundesländer beim Bund beantragt werden“, erklärt Bochert.

In der Regel würden die Länder dies nur auf Antrag des jeweiligen Landkreises beantragen. „Um ein kommunales Interesse zu dokumentieren, wäre ein Gemeinde- bzw. Stadtratsbeschluss förderlich“, so Bochert weiter.

Heißt: Sobald sich genügend Bürgermeister finden und in ihrem Bundesland Druck aufbauen, kommt der Stein ins Rollen. Und Millionen Autofahrer könnten sich bald über das eigene Kfz-Kennzeichen ihres Heimatortes freuen.

Bochert zeigt sich optimistisch: „Da einem solchen Wunsch ohne jeden Mehraufwand unbürokratisch entsprochen werden kann, wird die Politik dies ermöglichen.“