Hüttschlag (Österreich) – Ein Ausflug in die Berge hat sich für eine Gruppe Wanderer aus Deutschland zu einer Tragödie entwickelt. Sie wurden auf einem Wanderweg von einer Lawine erfasst. Eine Frau (56) wurde verschüttet und starb später im Krankenhaus.

Laut der Polizei in Salzburg löste sich die Lawine am Dienstag gegen 14.15 Uhr am Seekarspitz bei Hüttschlag (Österreich) in der Nähe des Bergkammes im Bereich der Grauwand. Ein darunterliegender Wanderweg wurde auf einer Breite von circa 60 bis 80 Metern verschüttet. Auf diesem Wanderweg waren gerade zwei Dreiergruppen auf einer Höhe von rund 1250 Metern talauswärts unterwegs, berichtet die Bergrettung Salzburg.

Insgesamt wurden drei deutsche teilweise von den Schneemassen verschüttet. Eine Frau wurde von der Lawine vollständig erfasst. „Sie wurde bis zum Kopf verschüttet“, erklärte ein Sprecher der Polizei.

Die nur teilweise verschütteten Wanderer konnten sich selbstständig wieder befreien. Die Frau wurde von den Einsatzkräften befreit. „Die verletzten Personen konnten rasch ausgegraben und von Rettungshubschraubern ausgeflogen werden“, so Einsatzleiter Markus Rettenwender, die komplett verschüttete Frau mit sehr schweren Verletzungen.

Laut Bergrettung kam die Touristin in das Uniklinikum Salzburg. Dort starb sie in der Nacht auf Mittwoch an ihren Verletzungen.

Bergrettung warnt vor erhöhtem Lawinenrisiko

Durch den intensiven Schneefall der vergangenen Tage herrscht hochalpin erhöhte Lawinengefahr, macht die Bergrettung Salzburg in einer Mitteilung deutlich. In den Hochlagen der Nordalpen und gebietsweise in den Hohen Tauern hat es bis Samstagmittag bereits über 150 Zentimeter geschneit, verbreitet sind es oberhalb von 1500 m 50 bis 100 Zentimeter. Der Schnee ist jedoch wegen der bis vor Kurzem herrschenden Hitzephase des Sommers nur sehr schlecht mit dem Untergrund verbunden. Die steigenden Temperaturen können Gleitschneeabgänge auslösen.

Auch in Tirol löste sich am Mittwoch eine Lawine und erfasste zwei Wanderer am Bärenkopf. Sie konnten sich selbst befreien. Zwei Touristen aus Schleswig-Holstein dagegen wurden durch die Lawine gefangen, konnten Geländebedingt nicht mehr absteigen. Der Mann (27) und die Frau (26) mussten mit einem Rettungshubschrauber ausgeflogen werden.