Wien – Sie kämpfen verzweifelt gegen Hunger und Kälte: Für zehntausende Schwalben und Mauersegler sind die Unwetter in Österreich eine tödliche Gefahr.
Die Zugvögel sind auf dem Flug in ihre afrikanischen Winterquartiere vom Dauerregen und Schneefällen in Österreich überrascht worden. Mit verheerenden Folgen.
Denn die Nässe sorgt dafür, dass keine Insekten mehr fliegen. Ohne sie als Nahrung sind die Vögel, die in freier Natur nur im Flug fressen, schnell entkräftet. Die niedrigen Temperaturen verstärken die Erschöpfung noch.
Schwalben erfrieren im Schnee
Die Folgen sind auf dramatischen Fotos aus Wien, Niederösterreich und der Steiermark zu sehen: Schwalben, die sich zu dutzenden auf schmalen Fenstersimsen drängen, von Taubenabwehr-Spießen, auf denen sie landen wollten, durchbohrt verenden, auf Bürgersteigen kauern oder im Schnee erfrieren.
Die Organisation Tierschutz Austria: „So kommt es gerade dazu, dass völlig geschwächte Ansammlungen von Schwalben gesichtet werden, die ohne rasche Hilfe nicht überleben oder sogar bereits tot sind.“ Sitzen die Zugvögel erst mal auf dem Boden, können sie nicht mehr selbstständig aufsteigen, sterben ohne menschliche Hilfe.
Vogelretter bitten um Insekten-Spenden
Die Tierschützer fordern deshalb die Bevölkerung auf, die Not leidenden Vögel in Kartons einzusammeln und in Auffangstationen zu bringen. Außerdem bitten sie um Insekten-Spenden, um die vielen Vögel ernähren zu können.
Und sie suchen weitere Helfer: „Wir telefonieren und fahren ununterbrochen, aber die Anzahl an Hilferufen übersteigt unsere Kapazitäten. Deshalb suchen wir dringend Personen mit Auto und Führerschein, die Tiere aus Wien und Umgebung abholen und zu uns bringen können.“
Auf keinen Fall sollen Tierfreunde die Schwalben ins Haus lassen. Dort geraten Schwalben und Mauersegler schnell in Panik, fliegen gegen Möbel oder Fensterscheiben, verletzten sich.