Lübbenau (Brandenburg) – 16 Jahre lang sorgte er für hitzige Diskussionen und laute Proteste. Jetzt zieht es ihn in die Ruhe des Spreewalds. Dort will Ex-GDL-Chef Claus Weselsky (65) sein Rentner-Dasein verbringen. In einem Ferienhaus.
Im „rbb“ sagte der Neu-Ruheständler, er habe sich im Spreewald (Brandenburg) etwas Schönes gebaut. Derzeit sei es als Ferienhaus vermietet, doch langfristig wolle er dort sein Leben nach den Streiks verbringen. Auch einen Spreewald-Kahn für die Wasserwege hat der Ex-Gewerkschaftschef bereits bestellt.
Entschleunigung im Spreewald
„Wir werden das zu unserem Alterssitz machen“, sagte der gebürtige Dresdener. In der Familie laufe aber derzeit noch eine „Strategiediskussion“, wann umgezogen werden solle.
Der ehemalige Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL war vor gut zwei Wochen in den Ruhestand getreten, nachdem er 16 Jahre lang vor allem als Organisator und Gesicht der Streiks bei der Deutschen Bahn bekannt war. Dutzende Male hatte Claus Weselsky den Bahnverkehr lahmlegen lassen und damit zuletzt die 35-Stunden-Woche im Schichtbetrieb für seine Lokführer durchgesetzt.
Ruhigeres Leben mit seiner zweiten Frau
Weselsky ist von seiner ersten Frau Ingrid nach öffentlichem Streit seit vielen Jahren getrennt. Sie hatte ihn 2014 als Diktator und machtversessen bezeichnet. Mit ihr hat er einen mittlerweile erwachsenen Sohn. Mit seiner zweiten Frau will er nun in ein offensichtlich ruhigeres Leben schippern.
„Was ich die Jahre über gemacht habe, war Raubbau an der Gesundheit“, sagte Weselsky dem Magazin „Der Spiegel“. „Ich freue mich auf mehr Zeit, um mich fit zu halten – geistig wie körperlich. Sonst fängt das Leben mit 66 nicht an, sondern es macht klack – und auf einmal kannst du nichts mehr von dem genießen, was du dir geschaffen hast.“
Jungfernfahrt mit Spreewald-Kahn
Bald soll die Jungfernfahrt mit dem neuen Kahn losgehen. Das Staken des Kahns müsse er aber erst noch lernen, sagte Weselsky im rbb. Es verspricht Entschleunigung.
Auf einer Veranstaltung in Frankfurt (Oder) wurde Weselsky (Mitglied der CDU) am Mittwoch gefragt, ob er sich noch einmal in die Politik wagen würde. „Ich müsste einen Eimer Kreide fressen und die Wirbelsäule würde zum Gartenschlauch werden und das will ich nicht“, so Weselskys klare Antwort in Bezug auf nötige Parteidisziplin.