Der angekündigte Abzug Tausender US-Soldaten aus Deutschland wird einige Kommunen nach Einschätzung des Ramsteiner Bürgermeisters Ralf Hechler sehr hart treffen. »Mit Familiennachzug sind das insgesamt 10.000 bis 12.000 Menschen, die wegziehen. Für Ramstein wäre das fatal«, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.
Die Infrastruktur in Ramstein sei auf eine verlässlich hohe Zahl an US-Amerikanern ausgerichtet. »Wenn ein großer Teil dauerhaft wegfällt, wäre das ein schmerzhafter wirtschaftlicher Einschnitt«, sagte der Bürgermeister. In der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach direkt an dem US-Luftwaffenstützpunkt leben fast 8.000 US-Amerikaner mit ihren Familien.
Die Präsenz des US-Militärs bringt Hechler zufolge eine Wirtschaftskraft von mehr als zwei Milliarden US-Dollar pro Fiskaljahr mit sich. Dazu gehören zum Beispiel Löhne, Mieten und Aufträge für lokale Firmen.
Laut Hechler stehen die pfälzischen Kommunen Pirmasens und Zweibrücken stellvertretend für Regionen, die sich vom Abzug von US-Soldaten nicht erholt hätten. »Wenn die Wirtschaftskraft einmal weg ist, kommt sie meist nie wieder«, sagte der Bürgermeister.
Allerdings sehe er derzeit keine Anzeichen für einen Teilabzug von US-Soldaten im Raum Ramstein. »Die Baustelle rund um das künftige US-Krankenhaus in Weilerbach brummt.« In Weilerbach entsteht derzeit für etwa 1,59 Milliarden US-Dollar die größte US-Armeeklinik außerhalb der Vereinigten Staaten. Sie soll das in die Jahre gekommene US-Krankenhaus in Landstuhl ersetzen.
USA wollen mindestens 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Freitag angekündigt, in den kommenden sechs bis zwölf Monaten 5.000 Soldatinnen und Soldaten aus der Bundesrepublik abzuziehen. Laut US-Präsident Donald Trump könnte der Teilabzug noch umfangreicher ausfallen.
Der Entscheidung sei laut einem Sprecher des US-Verteidigungsministeriums eine gründliche Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa vorausgegangen. Nach Angaben des US-Militärs von Mitte April sind rund 86.000 Soldaten
in Europa stationiert – rund 39.000 davon in Deutschland.
Zudem werde damit den Anforderungen in den Einsatzgebieten und den Bedingungen vor Ort Rechnung getragen. Die Ankündigung folgte auf Spannungen zwischen dem US-Präsidenten und Bundeskanzler Friedrich Merz. Merz hatte die Strategie der USA im Irankrieg kritisiert, Trump reagierte mit schweren Vorwürfen gegen den Bundeskanzler.
